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Spätantikes Steinkistengrab am Frauenberg bei Leibnitz

Steinkiste des Grabes F 324/325 mit den beiden Bestattungen bei der Freilegung im Jahr 1995.

Steinkiste des Grabes F 324/325 mit den beiden Bestattungen bei der Freilegung im Jahr 1995. Foto: BDA

Steinkiste des Grabes F 324/325 mit den beiden Bestattungen bei der Freilegung im Jahr 1995.

Steinkiste des Grabes F 324/325 mit den beiden Bestattungen bei der Freilegung im Jahr 1995.

Steinkiste des Grabes F 324/325 mit den beiden Bestattungen bei der Freilegung im Jahr 1995. Foto: BDA

Aus den Grabungen des Bundesdenkmalamts im größten bekannten spätantiken Gräberfeld des Südostalpenraums am Frauenberg bei Leibnitz (Gemeinde Seggauberg) stammen mehrere eindrucksvolle Sarkophage und Steinkisten.


Gefertigt aus dem lokalen Aflenzer Kalksandstein, bargen sie die reicheren Verstorbenen einer romanisierten Bevölkerung, die sich in den beginnenden Wirren der Völkerwanderungszeit aus der Römerstadt Flavia Solva in der Ebene an der Mur auf den besser geschützten Frauenberg zurückgezogen hatte.
Eine aus mehreren Kalksteinplatten zusammengesetzte Steinkiste wurde 2008 auf eine Initiative der Ausgräberin Ulla Steinklauber hin mit finanzieller Unterstützung des Archäologischen Vereins Flavia Solva unter Gert Christian vom Steinrestaurator Gerhard Zottmann im überdachten Vorbereich des Tempelmuseums Frauenberg wieder zusammengesetzt: Dabei verbinden elegante Edelstahlelemente zerstörungsfrei die gereinigten Steinplatten, die deutlich die Spuren der Werkzeuge zeigen, mit denen man die Steine grob geglättet hatte.
Die Steinkiste enthielt bei ihrer Auffindung im Jahr 1995 zwei Bestattungen: Die ältere Bestattung war die einer im Alter zwischen 22 und 30 Jahren verstorbenen, 154 cm großen Frau, der man reichen Schmuck mitgegeben hatte: eine silberne Haarnadel, drei bronzene Armspangen und eine Kette mit verschiedenen bunten Glasperlen. Die Nachbestattung war ein im Alter zwischen 31 und 40 Jahren verstorbener, 163,7 cm großer Mann, der – wahrscheinlich in einem Geldbeutel – fünf Münzen aus der Zeit um 390 nach Chr. Geb. ins Grab mitbekommen hatte.

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