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Eisenstadt, Hauptstraße 24, Bürgerhaus

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, Zustand 2007 nach Wiederherstellung der Fassade

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, Zustand 2005 vor Restaurierung

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, historische Aufnahme, 1. Drittel 20. Jahrhundert

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, während Restaurierung

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, Erdgeschoßraum: Vorzustand mit gekappten Gewölben 

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, Erdgeschoßraum nach Restaurierung

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, nach Restaurierung (noch ohne Giebelaufsatz) 2007 

Eisenstadt, Hauptstraße 24

Eisenstadt, Hauptstraße 24, Giebel mit rekonstruierter Kugelbekrönung

Neben den Ortskernen von Rust und Stadtschlaining hat sich im gesamten Burgenland nur noch in Eisenstadt ein geschlossenes historisches Stadtensemble erhalten, welches durch den Denkmalschutz auf eine legistische Basis für die langfristige Erhaltung gestellt werden konnte.

Gemeinsam mit der Aufwertung der Eisenstädter Hauptstraße aufgrund der Einführung einer Fußgängerzone gelang 1991 die Unterschutzstellung von etwa 70 Prozent der Objekte entlang der Hauptstraße. Zusammen mit den angrenzenden Straßenzügen, vor allem der Joseph Haydn Gasse, Pfarrgasse und dem Domplatz, bildet die Kernzone der Altstadt nunmehr als Ensemble einen kontinuierlichen Arbeitsschwerpunkt des Landeskonservatorats.
Als außerordentlich hilfreich für das Umsetzen denkmalpflegerisch wünschenswerter Maßnahmen hat sich die Fassadenaktion erwiesen, wobei 3/5 der Gesamtkosten die öffentliche Hand (Bund, Land, Gemeinde) übernimmt. Durch diesen finanziellen Anreiz konnten erhebliche Verbesserungen im historischen Ortsbild erreicht werden.

Als ein anschauliches Beispiel für das Funktionieren dieser gemeinsamen Aktion kann das Objekt Hauptstraße 24 herangezogen werden.
Das zweigeschossige Bürgerhaus, dessen Substanz bis in das 15. Jahrhundert reicht und mit seinem geschwungenen Doppelgiebel aus dem 18. Jahrhundert einen markanten Akzent im Stadtbild setzt, hat um 1960 reduzierende Veränderungen erfahren, deren Korrektur bzw. Rekonstruktion nach historischen Fotographien aus Anlass eines Besitzerwechsels im Jahr 2006 ermöglicht wurde.

Wie bei zahlreichen Altbauten des Landes wurde seinerzeit der Originalmörtel an der Fassade gegen einen formal sowie material- und verarbeitungstechnisch falschen Putz unter Verlust der Gliederungselemente ausgetauscht. Im Zuge der aktuellen Intervention erhielt die Doppelgiebelfront wieder ihre ursprüngliche spätbarocke Gliederung in historischer Verarbeitungstechnik. Für die fachgerechte Rekonstruktion war auch die Wiederherstellung der Steingewände und nach außen aufschlagender Kastenfenster ein wesentliches Anliegen, darüber hinaus wurde die Marienfigur in einer Fassadennische im Obergeschoß restauriert und die früher entfernten Steinkugeln als Giebelbekrönung wieder aufgesetzt. Leider war die ursprüngliche Farbgebung mangels Originalputz nicht nachweisbar, sodass die Fassade nach einem für das späte 18. Jahrhundert gängigen Farbkonzept einen Kalkanstrich mit hellgrauer Nullfläche und weißen Gliederungsteilen erhielt.
Da die von der Straße sichtbaren Dachflächen ebenso in das Fördervolumen der Fassadenaktion mit eingebunden sind, war es weiters möglich, eine Neueindeckung mit dem sog. „Altstadtpaket“, einer gemischten Palette von verschiedenen Ziegelformaten, zu verwenden. Damit konnte, wie auch in der Grazer Altstadt praktiziert, im unregelmäßigen Oberflächencharakter eine optische Annäherung an historische Deckungen erzielt werden.

Erfreulicherweise beschränkten sich die denkmalpflegerischen Arbeiten nicht nur auf die hoch geförderte Außenerscheinung. In der Torhalle und im Geschäftslokal des Erdgeschoßes konnten zum Teil massive Eingriffe korrigiert werden. Für die nächsten Jahre sind bereits weitere positive Maßnahmen im Obergeschoß und im Hoftrakt projektiert.

Aufgrund derartiger Erfolge bedeutet die 2006 auf die anschließenden Gassen, vor allem den Domplatz ausgedehnte Erweiterung der Zone der Fassadenaktion einen essentiellen Schritt für die nachhaltige Konsolidierung des historischen Zentrums der burgenländischen Hauptstadt.

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