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Villach, „Dinzlschloss“ (Schloss Martineck, Mörtenegg)

Außenansicht des Schlosses, das nun von der Stadt Villach als Kulturamt genutzt wird

Sichtbar belassene Schablonenmalerei des 19. Jahrhunderts

Eingangshalle im Erdgeschoss nach der Restaurierung

In Villach werden Veränderungen denkmalgeschützter Bauten zumeist zum Anlass genommen, durch die Archäologie und Bauforschung neue Erkenntnisse zur Stadtgeschichte zu gewinnen.


Wie zuletzt bei der Neugestaltung des oberen und unteren Kirchenplatzes oder beim Umbau der Burg wurde auch im Rahmen der nun abgeschlossenen Adaptierung des Dinzlschlosses, das künftig als Kulturamt genutzt wird, ein interdisziplinär arbeitendes Expertenteam von der Stadt Villach mit der Bauforschung beauftragt. Die durchgeführten Bodenuntersuchungen wie auch die Befundung am bestehenden Gebäude lieferten Hinweise auf vermutete Vorgängerbauten und die verschiedenen Bauphasen des Gebäudes, das mit der Familiengeschichte der Khevenhüller eng verbunden ist und in den 1540er Jahren als renaissancezeitliches Schloss ausgestaltet wurde. Aufgrund erforderlicher Trockenlegungsmaßnahmen im Außenbereich sowie der Schaffung eines behindertengerechten Einganges an der Westseite des Schlosses war es den Archäologen möglich, den auf einer historischen Abbildung des 16. Jahrhunderts sichtbaren Latrinenturm zu sondieren und das in diesem Bereich immer besonders ergiebige, vorwiegend aus Keramik und Tierknochen bestehende Fundmaterial zu bergen, das nun zum Teil in der zur Vitrine umgestalteten Abortnische in der Erdgeschosshalle des Schlosses besichtigt werden kann. Im Zuge der Innensanierung wurden die zum Teil noch aus dem 16. Jahrhundert stammenden Putze und Wandmalereien des 16. bis 19. Jahrhunderts restauratorisch untersucht, konserviert und zum Teil sichtbar belassen. Sämtliche Forschungsergebnisse sind im Detail im aktuellen Jahrbuch des Museums der Stadt Villach nachzulesen!

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