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September

Burg HaseggDie Renovierung des Südtraktes und der Wendeltreppe

Wanddetail Schneckenturm mit Öffnungen der ursprünglichen Stiegenauftritte

Burghof gegen Süden mit Münzerturm

Baualterplan

Ansicht Münzerturm und Schneckenturm mit eingezeichneten Treppenläufen

Innere Spindel des Schneckenturmes mit Verbindungssteg

Aufgang Schneckenturm

Verbindungstreppe im Schneckenturm

Palassaal im ersten Obergeschoß
©Watzek/Hall, Bildrechte Münze Hall

Schauräume der Stadtarchäologie Hall
©Watzek/Hall, Bildrechte Münze Hall

Im Gesamtkonzept der Burg Hasegg ist neben der kulturell musealen Nutzung (Münzmuseum, Stadtmuseum) auch die Unterbringung von Veranstaltungsbereichen als wichtige zusätzliche Belebung des Burgbereiches vorgesehen.

Da es bislang in der gesamten Burg Hasegg keine entsprechend großen Räumlichkeiten gab, bestand von Betreiberseite der Wunsch, im zuletzt durch Wohnungen verbauten Südtrakt den in diesem Bereich vermuteten ursprünglichen Saalraum wiederherzustellen. Um die einzelnen Bauphasen in diesem Bereich besser beurteilen und Lage sowie Dimension des ursprünglichen Saals genauer definieren zu können, wurde schon 2005 mit einer umfangreichen Befundung dieses Südtraktes begonnen.
Im Vorfeld wie baubegleitend wurde der südseitige Palastrakt bauhistorisch seitens der Stadtarchäologie Hall und der Arbeitsgruppe Dendrochronologie (Institut für Geographie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) untersucht. Der spätgotische Bau besitzt eine zeitlich sehr gedrängte, von Konzeptänderungen begleitete Baugeschichte. Der Südteil der Burg konnte als gänzlicher Neubau während des 15. Jhs. festgemacht und klar von den älteren Anlageteilen des 14. Jhs. abgesondert werden. Der im Zuge des Umbaues freigelegte Palassaal liegt im ersten Obergeschoß über einem sekundär eingewölbten und abgetieften Untergeschoß. Der glatt geputzte Saal besaß neben den zeitgenössisch gefasten, tiefen Fensternischen eine Reihe von Oberlichten, die dem Raum eine Zweigeschossigkeit verliehen. Erschlossen war die Halle vorerst im Osten neben einem mächtigen, rundbogig geöffneten Kamin. Die Decke bestand aus einer Bohlenbalkendecke über zwei Längsunterzügen, was dem Saal eine Dreischiffigkeit verlieh, die aber nur wenige Jahre existierte. Die erste, um die Mitte des 15. Jahrhunderts (dendrochronologisch nach 1440-50 Splintholzdatierung) zu datierende Bauphase erfuhr mit der Errichtung des Münzerturmes sowie des dreifach gewendelten Schneckenturmes und Verbindungstrakt zur älteren Burg im Norden nur wenige Jahre später (dendrochronologisch nach 1466 und vor 1490) eine grundlegende Veränderung. Die raumteilenden Säulen des Saales wurden entfernt und an deren Stelle schwere Unterzüge in den Oberlichtöffnungen aufgelegt bzw. diese zeitgleich vermauert. Im Nordwesten entsteht durch den angefügten Stiegenturm eine weitere Erschließung. Saal wie Wendelstiegenhaus verbleiben, abgesehen von kleineren Veränderungen bis ins frühe 19. Jh. unverändert und werden alsdann durch Wohnungseinbauten, Stiegenlaufabbrüche bzw. Vermauerungen bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt.
Das deutliche Ergebnis der Bauforschung gemeinsam mit den zu Tage gebrachten spätgotischen Bauteilen rechtfertigte die denkmalpflegerische Aufgabe der Bausubstanz der jüngeren Bauphasen und ermöglichte die Wiederschöpfung des spätgotischen Saales in Abstimmung zwischen vorhandener Substanz und behutsamer Neuinterpretation. Im Herbst 2006 konnte neben der Planung mit den Abbrucharbeiten im Südtrakt begonnen werden.

Nach den Freilegungsarbeiten im Saalbereich zeigte sich schon im Rohzustand die Dimension und Qualität des Saalraumes. Neben der Lösung der vielen technischen Anforderungen einer zeitgemäßen Saalnutzung (z.B. Lüftungseinbau etc.) waren auch die vielen Detailfragen zur Materialität der Neusetzungen zu entscheiden. Es gelang dem planenden Architekten trotz enormen Zeitdruckes diese komplexe Aufgabe zu lösen, vorhandene wertvolle Bausubstanz behutsam herauszuarbeiten und mit subtil gesetzten neuen Elementen zu einem Ganzen zu verbinden. Das Ergebnis ist ein perfektes Beispiel von Neu und Alt, von Raumatmosphäre und Funktionalität.

Gleichzeitig mit den Bauarbeiten im Saalbereich wurden auch die Räumlichkeiten im zweiten Obergeschoß renoviert. In diesem Bereich soll künftig die Stadtarchäologie mit Schau- und Arbeitsräumen untergebracht werden. Im Dachgeschoß des Südtraktes – beim Verbindungsgang zwischen Münzerturm und gewendeltem Schneckenturm – wurden zusätzliche WC-Anlagen eingebaut. Der Schneckenturm selbst wurde in dem fehlenden Bereich der untersten Wendel ergänzt, die Stiegenauftritte instandgesetzt und die Wandoberflächen restauriert. Um die verschiedenen Wegeführungen funktionell besser lösen zu können, wurden zwei Verbindungstreppen durch die innere Spindel der Treppe neu errichtet.
Mit diesem Bauabschnitt ist neben der Schaffung des Veranstaltungssaales auch eine wichtige Ergänzung des Museumsweges des Münzmuseums gelungen.

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