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Februar
Sisi - restauriertDas Portrait der jungen Kaiserin Elisabeth wurde von Franz Russ im Jahr 1856 gemalt

8. Gesamtaufnahme nach Abschluss der Restaurierung (Foto – BDA Dworak)

1. Portrait der jungen Kaiserin Elisabeth (159x109 cm) sign./dat.:Franz Russ 1856, Vorzustand (Foto – Holzschuh)

2. Gemälderückseite mit Zierrahmen, Vorzustand (Foto – Holzschuh)

3. Portrait der jungen Kaiserin, in der Nachkriegszeit des 2.WK mit Bajonett zerstört, Detail – Vorzustand (Foto – Holzschuh)

4. Fadenverklebung an der Gemälderückseite, Gemälderestauratorin Frau Brigitte Futscher (Foto – BDA Vigl)

5. Fadenverklebung an der Gemälderückseite (Foto – BDA Vigl)

6. Portrait, Detail mit Textilergänzung (Foto – Futscher)

7. Portrait Detail Schlussfoto (Foto – BDA. Dworak)

9. Auftragen der Netze, Restauratorin Mag. Elisabeth Pfützner (Foto – BDA Laubenstein)

10. Fehlende Ornamente wurden ergänzt, dazu wurden erhaltene Teile abgeformt. (Foto – BDA Laubenstein)

11. Zuschneiden des Blattgoldes (Foto – BDA Laubenstein)

12. Applizieren der Goldblätter – Anschießen (Foto – BDA Laubenstein)

13. Polieren des Goldes mit dem Achat – Polimentvergoldung (Foto – BDA Laubenstein)
Das ruinöse Schadensbild des Gemäldes, mit dem sich die Abteilung Restaurierwerkstätten des BDA auseinanderzusetzen hatte, ging auf einen vandalistischen Akt in der Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg zurück. Dabei wurde die Darstellung mit gezielten Bajonetthieben zerstört, die emotionale Wut des Vandalen wurde nur durch das hinter der Leinwand angebrachte Stützkreuz des Keilrahmens gebremst.
Das Portrait der jungen Kaiserin Elisabeth wurde von Franz Russ im Jahr 1856 gemalt und befindet sich im Besitz der Familien- und Privatstiftung Esterhàzy. Das unrestaurierte Gemälde wurde zuletzt bei der Ausstellung 2005, in der Kartause Mauerbach, „Aus Trümmern wiedererstanden …“ Denkmalschicksale 1945-1955, gezeigt.
Das ganzfigurige Portrait der jungen Kaiserin zeigt diese in prunkvoller Umgebung. Das schwer anmutende Umfeld steht im krassen Gegensatz zu der besonders anmutigen Darstellung der jugendlichen Kaiserin. Zu ihrer Rechten wird die Kaiserkrone auf einem purpurnen Kissen präsentiert, ihr rechter Arm trägt einen perlenbesetzten Armreif mit dem Bildnis des jungen Kaisers, Franz Josef I.
Das Leinwandgemälde mit den Maßen 159x109 cm ist im Bildhintergrund, auf Höhe des linken Handgelenks, signiert und datiert: Franz Russ 1856.
Der Bildträger besteht aus fein gewobener Leinwand, Dichte 13:14 pro cm², und ist auf dem originalen Keilrahmen aufgespannt. Die Ölmalerei baut auf einer zweilagigen Ölgrundierung auf, deren obere Schicht ein zartes Rosa bildet. Das Gemälde wird durch den originalen, mit reichen Ornamenten versehenen vergoldeten Zierrahmen gerahmt.
Die Schnittverletzungen im Bildträger verliefen winkel-, stufen- und bogenförmig und wiesen eine Gesamtlänge von ca. 9m auf. Drei je ca. 10cm² große Leinwandfragmente sind verloren. Die jahrzehntelange Deponierung des Gemäldes hatte zu erheblichen Deformationen der losen Bildteile geführt. Die Malschicht war entlang der Schnitt- und Risskanten gefährdet oder bereits verloren. In den unverletzten Bildbereichen ist der Aufbau der Malerei gut erhalten. Auf dem nur gering gegilbten Originalfirnis lag dichter, fest anhaftender Oberflächenschmutz.
Der Zierrahmen wurde nicht beschädigt, die zahlreichen verlorenen Ornamentteile sind auf alterungsbedingte Bindemittelschwächen zurückzuführen.
Im Einvernehmen mit dem Eigentümer und dem Landeskonservatorat für Burgenland wurden vom BDA, Abteilung Restaurierwerkstätten, drei Restaurierziele erarbeitet, kalkuliert und zur Diskussion gestellt. Die Konservierung war einheitlich, die Varianten unterschieden sich primär im Ausmaß der Integration der Fehlstellen. Diese reichten von der Präsentation des konservierten Gemäldes, mit leinwandsichtigen Risskanten über die mit Kitt geschlossenen Fehlstellen und Neutralretusche bis hin zur völligen Integrierung der Schadstellen – imitierende Retusche. Letztlich wurde die möglichst perfekte Integrierung angestrebt.
Die Konsolidierung des Bildträgers erforderte eine schrittweise Zusammenführung der deformierten Gewebefragmente und deren Schnittkanten. Die Gewebefäden wurden punktuell verklebt, verlorene Fäden ergänzt und eingewoben. Große Gewebeverluste konnten durch Intarsien mit ähnlicher Gewebestruktur geschlossen werden. Zur Stabilisierung der Schnittkanten wurden Faserbrücken gelegt. Der Bildträger wurde durch eine im Vakuum aufgesiegelte Stützleinwand gesichert. Im Anschluss konnte des Gemälde auf den reparierten, originalen Keilrahmen aufgespannt werden.
Bei der Reinigung der Gemäldeoberfläche wurde besonders darauf geachtet, den originalen Firnis nicht zu gefährden. Nach Abschluss der diffizilen Reinigung konnten die Malschichtverluste exakt geschlossen und die Struktur der Gemäldeoberfläche imitierend aufgebaut werden. Um ein möglichst neutrales Alterungsverhalten der Retouchen zu erreichen, wurden diese mit wässrigem Bindemittel aufgebaut und nur abschließend dünne, ausgemagerte Harz-Öllasuren gelegt. Für den ausgleichenden Schlussfirnis wurde, entsprechend dem originalen Naturharzfirnis, Dammar gewählt. Der Zierrahmen wurde gereinigt, fehlende Ornamente abgeformt, ergänzt und entsprechend der Originalvergoldung partiell neu gefasst.
Die Konservierung und Restaurierung konnte in einen Zeitraum von ca. 12 Monaten durchgeführt werden. Die Kosten betrugen ca. € 28.000.- und werden zu gleichen Teilen vom Bundesdenkmalamt und vom Eigentümer getragen.
Die detaillierten Dokumentationsunterlagen liegen im Bundesdenkmalamt, Abteilung für Konservierung und Restaurierung unter W 9576 auf, beauftragte Gemälderestauratorin war Brigitte Futscher, Zierrahmen: Mag. Elisabeth Pfützner, betreut durch Fachreferent – Gemälde, Mag. Michael Vigl, Beratung und Analysen durch das BDA Labor, Dr. Robert Linke.
M.V.
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