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April

Dominikanerkloster RetzSanierung des Klostergebäudes

Klosterbibliothek

Kreuzganghof

Blick in einen Arm des Kreuzganges

Das Dominikanerkloster bildet den südwestlichen Teil der Stadtbefestigung und hatte wesentliche fortifikatorische Funktion, die noch heute in der hohen inneren Stadtmauer, dem Zwinger, dem Stadtgraben und dem Eckturm ablesbar ist.

Zur Zeit der Neugründung der Stadt Retz um 1280/90 beriefen die Stadtgründer Graf Berchtold von Rabenswalde, Graf von Hardegg und seine Frau Wilburgis Dominikaner nach Retz. Bereits innerhalb weniger Jahre war deren Klosterkirche fertiggestellt. Sie gilt als eine der ältesten dreischiffigen Hallenkirchen Österreichs. Das Dominikanerkloster bildet den südwestlichen Teil der Stadtbefestigung und hatte wesentliche fortifikatorische Funktion, die noch heute in der hohen inneren Stadtmauer, dem Zwinger, dem Stadtgraben und dem Eckturm ablesbar ist. Um 1600 erfolgt der Ausbau des mittelalterlichen Dominikanerklosters zu einer Zweihofanlage. Kriege und Seuchen verhinderten das Aufblühen des Klosters. In der Barockzeit erfolgten zwar einige Ausbauten, die barocke Ausschmückung blieb aber auf einzelne Klosterbereiche wie etwa Bibliothek, Sakristei und Kapelle beschränkt.
Derzeit konzentriert sich die Denkmalpflege in Retz auf die Sanierung des Klostergebäudes. In drei Jahresetappen von 1997 bis 1999 wurden alle Dächer von Kirche und Kloster neu gedeckt. Dabei verwendete man im besonders sensiblen Bereich des Kreuzganghofes alte Dachziegel und verlegte sie in historischer Handwerkstechnik mit ausgedeckten Ichsen und Fugenverstrich. Die abgewitterten Verputze der Kreuzgangfassaden und die Dächer aus alten Ziegeln bestimmen den Alterswert der Architektur und ergeben eine stimmungsvolle Atmosphäre. Der Hof ist nun in barocker Art bepflanzt und stellt einen außergewöhnlichen Ort von hoher spiritueller Kraft dar.
Für 2000 sind drei Schwerpunkte im Sanierungsprogramm vorgesehen:
Substanzsicherung (statische Sanierung der Orgelempore in der Klosterkirche), künstlerische Restaurierung (Freilegung und Restaurierung der qualitätvollen Stuckausstattung um 1700 in der sogen. Raimundikapelle und der Emporenkapelle über dem Presbyterium) und Konservierungsmaßnahmen in Form eines auf mehrere Jahre ausgelegten Projektes, in dem die wertvollen Buchbestände der Klosterbibliothek durchgesehen, der Erhaltungszustand jedes Bandes festgestellt und gleichzeitig erste Konservierungsmaßnahmen an den Büchern durchgeführt werden.
Noch heuer könnten einige repräsentative Räume des Klosters für die öffentliche Besichtigung zugänglich gemacht werden; jedoch werde die Restaurierungsarbeiten im Kloster noch viel Zeit und finanzielle Mittel erfordern.

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