Themen
Aktuelles
Die Kultur der Prävention
Ein Informations- und Präventionsfolder zum Schutz vor Kulturgutdelikten
April
Altenburg, StiftGeneralsanierung

Stift Altenburg

Abt Bernhard Naber mit Wandmalereirestauratorinnen während einer Restaurierungsbesprechung im Gewölbe der Stiftskirche

Kollaudierungsbesprechung mit dem Restaurator

Orgelempore in der Stiftskirche während der Restaurierung
Im Stift Altenburg finden derzeit umfangreiche Sanierungsarbeiten statt. Zur Vorbereitung eines Arbeitsprogrammes wurden alle erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen erhoben, nach Prioritäten gereiht und ein auf zehn Bauetappen ausgelegtes Programm erstellt. 2002 wurde der Kirchturm saniert und im Innenraum der Stiftskirche das westliche Joch restauriert.
Das Kupferdach des Turmes von 1840 war bereits mehrfach ausgebessert; Wasser konnte in die Dachkonstruktion eindringen. Da eine weitere Reparatur nicht mehr wirtschaftlich war, entschloß man sich zur gesamten Erneuerung der Dachhaut. Der Turmhelm erhielt eine neue Deckung in Kupfer. Diese Arbeit war wegen der vielen aufwendigen Verzierungen, die teilweise vergoldet werden, handwerklich sehr anspruchsvoll.
Das oberste Geschoß des Kirchturmes besteht aus geschlämmten Steinquadermauerwerk, darunter liegende Zonen sind verputzt. Der reiche plastische Schmuck aus Zogelsdorfer Stein wurde restauriert. Leider waren vier Steinvasen aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes nicht mehr in ihrer exponierten Lage am Kirchenturm zu erhalten, daher mußten sie als Kopien in Kunststein ersetzt werden.
Im Inneren der Kirche wurde das westliche Joch restauriert. Im Gewölbe über der Orgel befindet sich ein Fresko, das die Überführung der Bundeslade durch den harfespielenden König David und das Himmlische Konzert darstellt. Das Bild wurde 1732/33 von Paul Troger gemalt und ist - weil es bis heute unrestauriert geblieben ist - ein seltenes Zeugnis für die originale Malweise und Technik des großen Barockmalers. Die Malerei ist in allen ihren Feinheiten erhalten und in einem relativ gutem Gesamtzustand, wenngleich doch die Oberflächen verschmutzt und mit Pilzen befallen sind und die Farbe einiger dunklerer Partien abkreidet. Im Zuge der Restaurierung wurde die Maloberfläche gereinigt, die Pilze entfernt, die kreidenden Stellen gefestigt und kleine Fehlstellen retuschiert.
Die reiche Stuckausstattung an Wänden und Decken wurde von Franz Joseph Holzinger geschaffen. Hier mußte die Leimfarbenfassung entfernt und eine Neufassung in Kalktechnik entsprechend dem hinter dem Orgelgehäuse aufgefundenen Originalfarbbefund aufgebracht werden. Die plastische Gruppe von musizierenden Putten an der Front der Orgelempore konnte in ihrer ursprünglichen Glanzstuckfassung wiedergewonnen werden, der umgebende Stuckmarmor wurde gereinigt und nachpoliert, Vergoldungen restauriert und ergänzt. Das Werk der 1772/1773 vom Wiener Orgelbauer Anton Pflügler errichteten Orgel wurde gereinigt, kleinere Reparaturen durchgeführt und das Gehäuse restauriert.
Mit der Festveranstaltung anläßlich des 25. Abtjubiläums von Prälat Bernhard Naber im Jänner 2003 konnte die restaurierte Orgel und das fertiggestellte Joch neu gesegnet werden.
Druckversion

