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August

Salesianerinnenkirche
1030 Wien, Rennweg 8-10

Die mittels kaiserlicher Stiftungen von 1717-28 von Donato Felice d'Allio, dem Erbauer des Stiftes Klosterneuburg, errichtete Anlage mit integriertem Kirchenbau ist der bedeutendste barocke Klosterkomplex in Wien und bildet mit dem Schloß Belvedere und dem Palais Schwarzenberg ein einmaliges städtebauliches Ensemble der Barockzeit.

Die hochrangige Innenausstattung der Kirche findet ihren Glanzpunkt in der von Giovanni Antonio Pellegrini 1727 ausgeführten Kuppelmalerei. Es war der besondere Wunsch der Kaiserwitwe Wilhelmine Amalie, daß den damals internationalen Star Pellegrini die Ausführung übertragen wurde. Da der viel beschäftigte Meister nicht früher nach Wien kommen konnte, wurde erst zwei Jahre nach der baulichen Fertigstellung mit der Ausmalung begonnen. Aus diesem Grund kam auch die in Italien fallweise angewandte Technik der Ölmalerei auf Putz zur Ausführung, die nun eine besondere Problematik der Restaurierung zur Folge hatte. Auf Grund von über einen längeren Zeitraum eindringender Feuchtigkeit durch undichte Stellen der Dachhaut entstand ein spezifisches Schadensbild, für das 1996 im Rahmen einer genauen Untersuchung mit Proberestaurierung die optimalen Restauriermaßnahmen ermittelt wurden. Der Leim der Grundierung war durch die Wasserinfiltration gelöst und durch die Malschicht geschwemmt worden, was zu dicken, braunen Rinnspuren und zur Destabilisierung der gesamten Malschicht geführt hatte, die teilweise bereits extreme Substanzverluste mit sich gebracht hatten. Eine durchgehend auftretende Schollenbildung war zum Teil auf Bindemittelüberschuß, aber auch auf Salzdruck in den Feuchtezonen zurück zu führen. Der allgemein starke Verschmutzungsgrad und das Fehlen von sonst üblichen Restaurierspuren wie Retuschen, Übermalungen etc. wiesen darauf hin, daß die Malereien seit Entstehung 1727 niemals einer Restaurierung unterzogen waren. Die nun durchzuführenden Maßnahmen umfaßten die vorsichtige chemische Abnahme der Oberflächenverschmutzung und die Entfernung der störenden dunkelbraunen Leimabrinnspuren. In den Schadenszonen wurde die Reinigung erst nach Niederlegen und Fixieren der scholligen Malschichtpartien (unter Verwendung von Thermoplasten und Heizspachtel) durchgeführt. Poröse, schlecht versinterte und frei liegende Putzpartien wurden gefestigt, die Fehlstellen in der Malerei ausgrundiert, durch Retusche bzw. Rekonstruktion geschlossen und gefirnist.

Die Scheinarchitekturmalerei in den Fensterlaibungen des Kuppeltambours zeigten einen sehr unterschiedlichen Erhaltungszustand. Während die Malschicht an sämtlichen ockerfarbenen Partien pulverisiert und teilweise bereits reduziert war, erwiesen sich die restlichen Teile als relativ stabil. Nach vorsichtiger Trockenreinigung und Entfernung der Übermalungen wurden die pulverisierten Malschichten gefestigt und erst anschließend die eigentliche Reinigung durchgeführt. Die Fehlstellen wurden retuschiert bzw. durch Ergänzungen geschlossen.

Der Stuckmarmor und die Vergoldung wurden in adäquater Weise restauriert, d.h. der Stuckmarmor ohne Überschleifen gereinigt, gewachst und frottiert, die Vergoldung gereinigt und nur, so weit notwendig, ergänzt und patiniert. Nach der Reinigung der bis heute unberührten Stuckmarmoroberflächen zeigte sich, daß ursprünglich im Glanzgrad differenziert worden war. Die Wulste der Pilasterbasen waren hochpoliert, die konkaven Teile matt, sodaß die plastische Wirkung noch erhöht war. Derartige Befunde sind sonst kaum noch möglich.

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