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September
Bundesministerium für Inneres ehem. Palais Dietrichstein-Modena, Ministerstiege
Wien 1., Herrengasse 7

Zustand vor Restaurierung

Holzgesimse vor Restaurierung

Holzgesimse und Decke während der Arbeit

Ministerstiege, "Diana"

Detail, Decke und Wand, nach Restaurierung
Das ehem. Palais Dietrichstein-Modena, das heutige Innenministerium, ist eines der bedeutendsten Wiener Stadtpalais mit klassizistischer Fassaden- und Innenraumgestaltung.
Der Kernbau des Palais kann zwischen 1515 und 1547 datiert werden. 1812 erfolgte eine klassizistische Umgestaltung für Maria Beatrix von Modena (Fassade von Alois Ludwig Pichl, Innenumgestaltung durch Giacomo Quarenghi). 1842 erfolgte der Verkauf an den Staat und seit 1843 war das Palais u.a. Sitz der obersten Polizei- und Zensurstelle. 1848 bis 1918 Amtssitz des Ministerpräsidenten, beherbergt es seit 1920 das Innenministerium. Im 2. Weltkrieg erlitt das Gebäude beim Bombenangriff auf die inneren Bezirke Wiens am 10. September 1944 schwere Schäden, die 1949/50 zu Restaurierung und Umbauten führten. 1975 bis 1986 erfolgte eine Restaurierung der Innenräume und Fassade.
Im Zuge der derzeit laufenden Innenrestaurierung des Erdgeschosses konnten nunmehr die Arbeiten an der sog. "Ministerstiege" abgeschlossen werden. Vom klassizistischen Eingangsbereich (1812) gelangt man durch ein niedriges Vestibül mit gekoppelten toskanischen roten Marmorsäulen zur Ministerstiege. Der schachtartige Raum mit dreiarmigem Treppenlauf und Steinbalustern weist Wandpfeilerarkaden mit Statuen nach antiken Vorbildern auf. Es handelt sich hierbei um Athene, Diana und Ceres - die Kolossalstatuen sind Kopien von im 16. und 17. Jh. bekannt gewordenen Plastiken.
Im Bereich der Wände wurden rezente Überzüge und Übertünchungen entfernt und das breite Holzgesimse, das bereits in einem sehr schlechten Zustand war, restauriert. Dabei entdeckte man Reste einer Textilbespannung, die befundgemäß wiederhergestellt wurde. Die Färbelung und Vergoldung der Wände, der Balustrade und der unteren Eingangshalle erfolgte laut Befund mit grau abgetöntem Weiß und Eierschalengelb. Die Decke, die nach einer Kriegszerstörung 1949/50 nach Altbestand rekonstruiert wurde, konnte nunmehr aufgrund von Detailbefunden im Gesimsbereich und aus Vergleichen mit bestehenden repräsentativen Räumen im Gebäude weitestgehend originalgetreu gefasst werden.
Die Figuren, die ursprünglich teilvergoldet waren, wurden nur in der Grundfarbe gefasst, da die zu geringen Vergoldungsreste eine authentische Wiederherstellung nicht mehr ermöglichten. Im Vestibül wurde der Bodenbelag aus den 20er Jahren durch neue Kehlheimer Platten ersetzt. Die Wiederherstellung der hier ebenfalls befundeten Vergoldung war aus finanziellen Gründen derzeit nicht möglich.
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