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Oktober
Johann Peter Krafft, "Erzherzog Karl mit seinem Stab in der Schlacht bei Aspern 1809"
Öl auf Leinwand, 192 x 268 cm, signiert und datiert rechts unten "Pkrafft. Pin. 1820". - ehemals Sammlung Kinsky, Österreichischer Privatbesitz, heute: Sammlung Liechtenstein

Johann Peter Krafft: "Erzherzog Karl mit seinem Stab bei der Schlacht bei Aspern 1809", 1820

Johann Peter Krafft: Selbstbildnis, um 1820

Detail: Erzherzog Karl mit seinem Stab

Detail: Gruppe mit Verwundetem

Johann Peter Krafft: Siegesmeldung nach der Schlacht bei Leipzig, 1839
Johann Peter Krafft (1780 Hanau - 1856 Wien) besuchte die hessische Zeichenschule in Hanaus und lernte bei Anton Tischbein, bevor er 1799 nach Wien kam und an der Wiener Akademie Malerei bei Heinrich Füger studierte.
1801 führte ihn eine Reise nach Paris, wo er Jacques Louis David kennenlernte, dessen Einfluß sein weiteres Schaffen nachhaltig prägte. Seit 1815 war er Mitglied der Wiener Akademie, seit 1828 Direktor der kaiserlichen Galerie im Belvedere, wodurch er auch gesellschaftlich eine entsprechend hohe Position im Wien des Vormärz einnahm. J. P. Krafft erlangte schon zu Lebzeiten große Anerkennung als Porträt- und Historienmaler, wobei er vor allem als "Vater des Altwiener Sittenbildes" gefeiert wurde. Er verstand es meisterhaft, große historische Zusammenhänge mit Alltagsgeschichten zu kombinieren und trotz strenger Sachlichkeit eine gewisse Lebendigkeit und Aktualität zu vermitteln. Krafft gilt als Hauptmeister des Klassizismus in Österreich, dessen strengen Formalismus er jedoch schon früh überwand, und zugleich als Vorbereiter des Realismus in Österreich.
Das Gemälde "Erzherzog Karl mit seinem Stab in der Schlacht bei Aspern" stellt eine spätere und verkleinerte Version des für den Ehrensaal des Invalidenhauses geschaffenen Monumentalgemäldes mit gleichnamigem Titel (418 x 683 cm) dar, das sich heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien befindet. Krafft selbst erwähnt mehrere Wiederholungen in seiner Autobiographie und weist darauf hin, daß sie im Auftrag der Fürstin Kinsky "unter seiner Aufsicht und Mitwirkung" gemalt wurden. Das Werk nimmt Bezug auf den Sieg Österreichs, wobei im Hintergrund die brennende Kirche von Aspern (vor der heute der berühmte "Löwe von Aspern" von Fernkorn aufgestellt ist) und der Stephansdom zu sehen sind. Erzherzog Karl auf seinem Schimmel ist die zentrale Figur: Karl (1771 - 1847), Sohn Kaiser Leopolds II. und jüngerer Bruder Kaiser Franz I., war (nach Rosner) der wohl fähigste österreichische Militärführer der Neuzeit, und er wird in Johann Peter Kraffts Gemälde gewissermaßen als personifizierte Apotheose der österreichisch-habsburgischen Heeresgeschichte dargestellt. Die von Karl angeführte Schlacht bei Aspern (heute 22. Wiener Gemeindebezirk) am 21. und 22. Mai 1809 bedeutete Napoleons erste militärische Niederlage. Sie zerstörte den bisherigen Ruf seiner Unbesiegbarkeit und wurde in Österreich ebenso wie der Sieger Erzherzog Karl - Heinrich von Kleist nannte ihn den "Überwinder des Unüberwindlichen" - von Politik und Militär zum Mythos hochstilisiert.
Das Gemälde stellt das Pendant zu dem im Oktober 1996 bei den Wiener Kunstauktionen versteigerten Gemälde "Siegesmeldung nach der Schlacht von Leipzig" von Johann Peter Krafft aus dem Jahr 1839 dar, das ebenfalls aus der Sammlung Kinsky stammte. Das Werk wurde damals nach längerem Verfahren zur Ausfuhr freigegeben und befindet sich heute im Deutschen Museum in Berlin. Die "Aspernschlacht" galt jedoch bereits zu Kraffts Zeit als das bessere, weil lebhaftere und ausdrucksvollere Bild und wurde mehrfach von verschiedenen Künstlern kopiert.
J. P. Kraffts monumentale Malerei mit dem Realismus in der Darstellung stellt eine Einzelerscheinung im deutschen Sprachraum dar und wurde in der Kunstgeschichtsschreibung als großer Fortschritt in der Gattung der Schlachtenbilder gewertet. Die "Schlacht bei Aspern" gilt auf Grund der zahlreichen Porträts auch als wichtiges Zeitdokument und weist somit neben seiner kunstgeschichtlichen auch eine besondere geschichtliche Bedeutung auf. Es wurde daher vom BDA seiner besonderen historischen und kulturgeschichtlichen Wichtigkeit wegen unter Denkmalschutz gestellt.
Weitere Informationen zum Denkmalschutzgesetz
in der Abteilung für Ausfuhrangelegenheiten
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