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Dezember

Hauptwerk von Viktor Tilgner gerettet. WienWiener Zentralfriedhof
Allegorie der Bildhauerei
Viktor Tilgner 1875

Friedländer-Gruft und Tilgner-Statue, Zustand 2001

Während Vakuumtränkung

Festigungskontrolle mittels Ultraschall-
Messungen

Detail der Allegorie der Bildhauerei vor Restaurierung

Dasselbe mit der Entsalzungskompresse

Dasselbe nach den Fehlstellenergänzungen

Rücktransport zur vorläufigen Aufstellung in der Luegerkirche

Der Wiener Zentralfriedhof ist der zweitgrößte Friedhof in Europa und besteht seit 130 Jahren. Im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist zwar die historische und kulturelle Bedeutung dieser monumentalen Anlage präsent. Jedoch ist der künstlerische Rang vieler Einzelmonumente kaum bekannt.

Der Wiener Zentralfriedhof ist der zweitgrößte Friedhof in Europa und besteht seit 130 Jahren. Im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist zwar die historische und kulturelle Bedeutung dieser monumentalen Anlage präsent. Jedoch ist der künstlerische Rang vieler Einzelmonumente kaum bekannt. Außerdem stellt die Erhaltung dieser tausenden Steinskulpturen von Rang häufig nicht nur ein technisch und wirtschaftliches, sondern auch oft ein rechtliches Problem dar (wenn keine Eigentümer mehr vorhanden sind).


Friedländer-Gruft und Tilgner-Statue, Zustand 2001 Während
Vakuumtränkung Festigungskontrolle mittels Ultraschall-
messungen

Die Restaurierateliers des BDA haben in Amtshilfe für die Städtische Friedhofsverwaltung (MA 43) im Rahmen des Projektes der zentralen Gruftarkaden von Tor 2 eine lebensgroße Marmorstatue konserviert und restauriert. Diese Allegorie der Bildhauerei gehört zur Gruft Max Friedländer-Falerna, dem Begründer der neuen freien Presse. Sie wurde um 1875 von einem der besten Bildhauer der Ringstraßenzeit, Viktor Tilgner, aus Carraramarmor geschaffen.

Obwohl die Statue unter den Arkaden steht, war ihr Zustand nach 130 Jahren äußerst gefährdet. Carraramarmor ist für das nördlichere Klima im Freien nicht geeignet. Zahlreiche feine, ursprünglich polierte Oberflächen platzten wie Wunden auf und darunter rieselte der Marmor wie Zucker. Dazu kamen schwarzbraune Ablagerungen von Ruß und schwefeliger Säure aus der Luftverschmutzung, durch die das Kalkbindemittel zu Gips verändert war. Allein der Transport der tonnenschweren Figur stellte bereits eine Herausforderung dar. Er war nur mit einer Stabilisierung durch Schaumstoff möglich.

Im Atelier für Steinkonservierung des BDA fanden zunächst die nötigen mineralogischen und chemischen Untersuchungen zum Schadensbild sowie systematische Versuche für Festigung und Reinigung statt. Zur Abnahme der schwarzen Krusten erwies sich der Einsatz von Lasertechnik als optimal. Nach der Abnahme der Krusten war eine vollflächige Salzreduktion durch Zellstoffkompressen mit destilliertem Wasser erforderlich bis die Kontrollmessungen neutrale Werte ergaben. Gegen die großflächige Auflösung der Marmorstruktur wurde ein jüngstes Wiener Patent zur Tiefentränkung mit Acrylharzen unter Vakuum-Bedingungen erfolgreich eingesetzt. Die Festigung hat man in allen kritischen Bereichen mit Ultraschallmessungen mit positivem Ausgang geprüft (siehe Grafik). Als nächster Schritt wurden mit acrylgebundenen Kittmassen mit gemahlenem Carraramarmor an den wesentlichen Fehlstellen im Gesicht die verlorene Form ergänzt und an den Nebenteilen nur die gefährdeten Bruchkanten gekittet. Zuletzt wurden störende Farbunterschiede durch Aquarellretuschen ausgeglichen.


Detail der Allegorie der Bildhauerei vor Restaurierung Dasselbe mit der Entsalzungskompresse Dasselbe nach den Fehlstellenergänzungen

Trotz aller Maßnahmen ist diese Statue für eine ungeschützte Aufstellung nicht mehr geeignet. Daher muss nach Sanierung der Gruftarkaden ein regelmäßiges Pflegekonzept das Entstehen neuer Schäden verhindern. Der Gesamtaufwand für diese Tilgnerstatue hat rd. € 50.000,- betragen.
Rücktransport zur vorläufigen Aufstellung in der Luegerkirche


Letztes Update: 01.12.2004 © Copyright 2004 BUNDESDENKMALAMT



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