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Juni

Hohe Brücke über den Stallenbach
Tirol, Stans bei Schwaz, St. Georgenberg

Schwaz, Hohe Brücke

Ansicht des Klosters St. Georgenberg und der Hohen Brücke (Codex, 1619, Vatikanisches Archiv)

Schwaz, Hohe Brücke

Aquarell, nach 1800, rückdatiert ins 17. Jh.

Schwaz, Hohe Brücke

Colorierter Kupferstich (Anfang des 19. Jh.)

Schwaz, Hohe Brücke

Historische Fotografie, um 1910

Schwaz, Hohe Brücke

Ansicht der Hohen Brücke

Schwaz, Hohe Brücke

Torbau

Mitte des 9. Jh. lebte der erste Einsiedler in der Gegend von St. Georgenberg: Von einer Pilgerreise nach Rom und Santiago di Compostella brachte er das Bildnis einer schmerzhaften Mutter Gottes mit, der zu Ehren auf dem Felsen von St. Georgenberg eine Kapelle errichtet wurde.

Zu dieser Kapelle führte die erste 160 Fuß lange Brücke über den Stallenbach.
Bereits im Mittelalter war hier ein berühmter Wallfahrtsort; somit nahm auch die Brücke seit damals einen hohen Stellenwert ein, da sie die einzige Verbindung über die Wolfsklamm und den Stallenbach auf den Georgenberger Felsen damals wie heute darstellte.
Im 15. Jh. durch Brände beschädigt, wurde sie 1497 neu wiederaufgebaut - der Unterbau der Steinbogenbrücke stammt wohl aus dieser Bauphase, eventuell sogar aus einer früheren. Das Torhaus - 1515 neu erbaut - wurde 1689 durch eine Lawine zerstört; Mitte Oktober 1705 zerstörte ein Brand die Kirche und das Kloster und griff auch auf Brücke und Torhaus über. Ein weiterer Neubau war notwendig und man beauftragte den Schwazer Zimmermeister Michael Lentner mit den Arbeiten, die 1708 beendet waren. Diese Holzkonstruktion ist im wesentlichen Bestandteil der heutigen Brücke, die ein Alter von 270 Jahren vorweisen kann. Ein weiterer Brand im Torhaus 1819 machte eine neuerliche Renovierung des Brückentores nötig, die Ende des 19. Jh. im neugotischen Stil durchgeführt wurde.
Heute präsentiert sich die Brücke als ca. 40 m lange Steinmauer, die sich in 33 m Höhe quer über die Wolfsklamm zieht und in der Mitte von einer hohen gewölbten Öffnung von etwa 12 m Weite unterbrochen wird. Auf der Mauer sitzen vier wuchtige Steinpfeiler, die durch hölzerne Fachwerkaufbauten fortgesetzt werden. Die 50 m lange einfache Balkenkonstruktion der Brücke führt in leichter Krümmumg mit 5% Steigung über die Schlucht und verfügt über eine Fahrbahnbreite von 4,80 m und eine Durchfahrtshöhe von 2,80 m.
Ein mit Schindeln eingedecktes Satteldach schützt vor Witterungseinflüssen; der Torturm an der Ostseite der Brücke ist ca. 4 m breit und mit Zinnen (Reste von Wappenbildern) und Ecktürmchen sowie einem gotischen Spitzbogengewölbe ausgestattet.

Die Geschichte sowie die kulturelle und bautechnische Bedeutung der Hohen Brücke erfordern einen behutsamen und auf die bauhistorischen Gegebenheiten abgestimmten Umgang bei einer Restaurierung der Brücke, der gewährleistet, daß künftige Generationen die baulichen Strukturen und technisch-historischen Details erkennen und nachvollziehen können.

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