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Juni
Stift Admont, Stiftsbibliothek
Steiermark

Stiftsbibliothek, Innenansicht.

Ostwand Wasserschaden: nach Konservierung und Restaurierung. © Hubert Schwarz

Reinigungsproben: im blauen Feld Feuchtreinigung mit Wasser, im weißen Feld Feuchtreinigung mit Ammoniumcarbonat. © Hubert Schwarz

Kartierung des durch den Wasserschaden (blau) beeinträchtigten Bildfeldes "Aurora". Die orangen Bereiche im Wasserschadensbereich kennzeichnen die Salzausblühungen, während sich die übrigen Eintragungen auf instabile, pulverisierte und partiell abgebaute Malschichten beziehen. © Hubert Schwarz

Von 2004 bis 2008 wird der gesamte Buch-Bestand mit etwa 70.000 Bänden gereinigt, auf Schäden untersucht und teilweise restauriert. © Stift Admont
Die Stiftsbibliothek in Admont gilt als die größte klösterliche Bibliothek der Welt.
Sie wurde 1776 vollendet und ist ein repräsentativer, zweigeschossiger Prunksaal, gegliedert in einen Zentralraum und daran anschließende Flügel. Joseph Hueber schuf in Zusammenwirken mit den Künstlern Bartolomeo Altomonte (Deckenmalereien), Johann Georg Dallicher (Architekturmalerei) und Josef Stammel (Plastiken) ein Gesamtkunstwerk, das ein bis ins Detail durchdachtes Ausstattungsprogramm aufweist und somit kulturgeschichtlich als eindrucksvolles Dokument klösterlicher Gelehrsamkeit des späten 18. Jahrhunderts gelten kann.
Die Quadraturmalerei von Johann Georg Dallicher leitet über zum großartigen Farbakzent der Gewölbemalereien von Bartolomeo Altomonte, die ein reifes Spätwerk des Künstlers darstellen und 1776 datiert sind.
Erstmals seit Fertigstellung des Bibliothekssaales werden in drei großen Arbeitsphasen abschnittsweise sämtliche Bereiche bis 2008 restauriert: die Deckenfresken, der Skulpturenschmuck, Holzteile, Stein, Metall und der Buchbestand. Während der gesamten Zeit der Restaurierarbeiten ist die Bibliothek für Besucher geöffnet, die damit Zeugen dieses umfassenden Projektes werden.
Die Bücherregale sind als fester Bestandteil des Raumkonzeptes anzusehen und tragen wesentlich zur Verschmelzung der einzelnen Raumabschnitte bei, der gesamte Bücherbestand des Stiftes umfasst etwa 200.000 Bestände.
Beim Brand von 1865 stürzte der Dachstuhl auf die Gewölbekuppeln und verursachte ein auffälliges Netzrissbild. Innerhalb der Architekturmalerei am Gewölbeansatz im Ostbereich hat ein Wasserschaden als Folge des Brandes ein massives Schadensbild bewirkt. Sprengungen unterhalb der Bibliothek im Jahre 1938 haben weiter zur Instabilität des Putzes beigetragen.
Dennoch: die Gewölbe- und Architekturmalerei waren und sind nur leicht verschmutzt. In den Bereichen des Wasserschadens finden sich Malschichtkorrosionen und Malschichtverluste.
Als restauratorische Maßnahme fand hauptsächlich eine Trockenreinigung innerhalb der Architekturmalerei statt. Innerhalb der Wasserschadensbereiche wurden die Salzkrusten und Salzausblühungen mechanisch entfernt. Die Gewölbemalerei innerhalb der Architekturmalerei befindet außer im Wasserschadensbereich in einem relativ guten Zustand, der abgesehen von einer Tierhaarpinselreinigung kaum weitere Maßnahmen erfordert.
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