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September

Die Liebe zum wilden Mann

Zunftzeichen am Dach - der Schmiedehammer vor Sanierung.

Sensenschmiede-Ensemble Spital am Pyhrn: Kindheitserinnerungen im Haus der Großmutter - die Eigentümer Frau und Herr Hopf.

Zustand vor Restaurierung und

.. und nach Sanierung 2012.

Schmiedehammer vor Sanierung

Die Sanierung des Schmiedehammers wurde im August 2012 abgeschlossen.

Auch das Herrenhaus soll instandgesetzt werden.

Sie ist oft als Kind in diesem Haus gewesen, bei der Großmutter. Sie ist gern da gewesen, erzählt die Eigentümerin der Sensenschmiede auf der Schröckenherberg in Spital am Pyhrn.
Die Sanierung des Schmiedehammers wurde im August 2012 fertiggestellt.

Eine Mischung aus Familiengeschichte und Zufall hat Frau Hopf in dieses Anwesen geführt. Sie war Eigentümerin gemeinsam mit ihrem Onkel, der die Landwirtschaft betrieb, für die Sanierung der Gebäude aber keinen Sinn hatte. So zog sie mit ihrem Mann in das Nachbarhaus. Auch dort ist am Dach der „wilde Mann“ angebracht, das Zunftzeichen der Sensenschmiede auf der Schröckenherberg.

 Das Ensemble besteht aus dem 1723 umgebauten Herrenhaus, einem Wohn- und Wirtschaftstrakt sowie einer eingeschoßigen Schmiede, die bis 1959 in Betrieb war. Der Schmiedetrakt ist im Industriestil des 19. Jahrhunderts errichtet: kennzeichnend sind der Portalrisalit mit Putzgliederung durch Eckfaschen und Hohlkehle, Segmentbogenfenster mit Faschenrahmungen und Keilsteinen, ein rundbogiges Portal mit Oberlichte und zweiflügeliger Füllungstüre.

Nach dem Tod des Onkels stand die Frage an, ob sie das Anwesen vielleicht doch besser gleich verkaufen sollte. „Aber mir tat das Herz weh bei dem Gedanken“ und so entschloss sich Frau Hopf gemeinsam mit ihrem Mann die Sanierung schrittweise anzugehen. 

Als besonders vorrangig wurde bei der Beratung durch das Landeskonservatorat f.Oö die Sanierung des ehemaligen Schmiedhammers angesehen. Im Sommer 2012 wurden das Traufgesimse saniert, der Rieselputz teilweise ausgetauscht und mit Sumpfkalk in Freskotechnik gestrichen: die Nullfläche in Französisch-Ocker, die Gliederung in einem gebrochenen Weiß. Sichtbare Konstruktionsteile des Hammerwerks an der Giebelseite wurden entrostet und mit Hammerschlaglack überzogen. Die hohen Holzfenster konnten fachgerecht repariert und mit Ölfarbe gestrichen werden.

Nicht immer war es leicht, geeignete Handwerker zu finden. Manche haben abfällig von der alten Hütte geredet, die man besser wegbaggern sollte. Davon wollten die Eigentümer aber nichts hören: zu sehr hatten sie all die Details schätzen gelernt, die das Anwesen zu bieten hat. „Als wir uns entschieden hatten, zuerst den Schmiedehammer zu sanieren, haben wir das auch nicht bereut.“
Mit Freude wird über die nächsten Schritte nachgedacht: Das ehemalige Herrenhaus und das Wohnhaus der Großmutter sollen ebenso wieder instandgesetzt werden. Die Liebe zum wilden Mann trägt sie noch weiter.
 

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