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Präsentation der Österreichischen Kunsttopographie Bd. LVIIDie Kunstdenkmale Osttirols in 4 Bänden

© Stadtgemeinde Lienz

Präsident Rizzi

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HR Dr. Andreas Lehne, BDA

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Für die Veranstaltung in Schloss Bruck, zu der am 5. Juli Bundesdenkmalamt, Land Tirol und die Stadt Lienz einluden, gab es zwei Anlässe: Die Präsentation der Kunsttopographie Osttirol und die Verleihung der Denkmalschutzmedaille an verdiente Tiroler Persönlichkeiten.

Die Reihe der Österreichischen Kunsttopographie dokumentiert den Kulturgutbestand Österreichs nach geographischen Einheiten. Während in den letzten Jahrzehnten im Wesentlichen Landeshauptstädte (Graz, Innsbruck, Linz, St. Pölten) inventarisiert wurden, liegt diesmal das Ergebnis der kunsttopographischen Bearbeitung eines politischen Bezirkes mit Schwerpunkt auf dem ländlichen Raum vor. Entsprechend dem Umfang dieses Bezirkes (Lienz-Osttirol ist der drittgrößte Österreichs), aber vor allem auch der Dichte und Qualität seines Denkmalbestandes, ist das Material, nach Talschaften gegliedert, in drei Bänden (und einem zusätzlichen Registerband) aufbereitet worden.

Aufgenommen wurde nicht nur der traditionelle Denkmalbestand von Kirchen, Klöstern und Kapellen (samt ihren teils reichen und wertvollen Ausstattungen), von Ansitzen, Burgen und Ruinen, sondern auch volkskundlich wertvolle Zeugnisse bäuerlicher Architektur, technische Denkmale wie etwa die Pustertaler Bahnlinie oder für die touristische Erschließung der Bergwelt charakteristische Bauwerke wie Schutzhütten oder Gipfelkreuze.

Diese Kulturgüter wurden wissenschaftlich bearbeitet, das heißt, die Bände enthalten nicht nur charakterisierende Beschreibungen, Datierungen und Würdigungen, sondern auch genaue Angaben zu den archivalischen Quellen, historischen Ansichten und zur Literatur. Die Kunsttopographie wendet sich daher in erster Linie an die Fachwelt, kann und soll zum Ausgangspunkt weiterer vertiefender Forschung werden. Darüber hinaus soll sie aber auch als Orientierungshilfe für diejenigen dienen, denen als Eigentümer, Verwalter, administrative und politische Entscheidungsträger Kulturgüter anvertraut sind. Schließlich wendet sich die Kunsttopographie auch an die Bevölkerung. Sie vermittelt Wissen über den Denkmalbestand, über einzelne Bauten ebenso wie über die regionale Entwicklungsgeschichte der einzelnen Kunstgattungen und soll so das Bewusstsein für den kulturellen Reichtum der Region stärken und dazu beitragen, auf dieses Erbe stolz zu sein und damit verantwortlich umzugehen.

Als Festredner der Veranstaltung fungierten der Präsident des Bundesdenkmalamtes, Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Georg Rizzi, der Bürgermeister der Stadt Lienz, Dr. Johannes Hibler, und der Vertreter der Kulturabteilung des Landes Tirol, Dr. Benedikt Erhard. Dr. Andras Lehne, Leiter der Abteilung für Inventarisation und Denkmalforschung im Bundesdenkmalamt, sprach im Anschluß über die Entstehung und zur Geschichte der Kunsttopographie. Die Denkmalschutzmedaillen wurden abschließend in einem Festakt von Frau Ministerialrätin Dr. Elsa Brunner in Vertretung der Bundesministerin an ausgewählte Persönlichkeiten verliehen, die sich durch verschiedene Tätigkeiten große Verdienste um den Denkmalschutz erworben haben.  Die Laudationes sprach Landeskonservator Dr. Franz Caramelle.

Herr Stefan Dietrich
Stefan Dietrich ist ein würdiger Vertreter des qualitätvollen, wissenschaftlichen Journalismus. Genaue Recherchen, hervorragende Berichterstattung und der Verzicht auf mediale Effekthascherei und Übertreibungen sind für ihn keine Schlagworte, sondern waren ihm von Anfang an ein großes Anliegen. Als ausgebildeter Historiker hat Stefan Dietrich ein gesteigertes Interesse für die Kulturgeschichte Tirols, wobei ihm besonders die Archäologie am Herzen liegt, über die er über einen langen Zeitraum bereits ausführlich berichtet. Hervorzuheben ist seine wohltuende seriöse Berichterstattung über den sensationellen Fund des Eismannes am Hauslabjoch („Ötzi“). Seine Gewissenhaftigkeit und sein persönliches Engagement für die kulturellen Belange sind auch für die Denkmalpflege in Tirol von unschätzbarem Wert.

Herr Dekan Consiliarius Franz Hofmann
Überall dort wo Dekan Franz Hofmann als Pfarrer eingesetzt war, hat er seine Spuren auch als Denkmalpfleger hinterlassen. In Weißenbach am Lech führte er die Restaurierung der Pfarrkirche durch, in Forchach die Dachsanierung, in Kals die Generalsanierung der Petronilla-Kapelle, in Matrei in Osttirol die Dacherneuerung der großen Dekanatskirche und die Innenrestaurierung der Welzenbacherkirche in Huben und jetzt als Dekan in Sillian die Restaurierung der Filialkirche in Tessenberg und der Peterskirche in Heinfels. Zurzeit ist gerade die Restaurierung des Bischofszimmers im Widum von Sillian im Gange, das wegen seiner spätgotischen Balkendecke von besonders künstlerischer Bedeutung ist. Bei allen Aktivitäten hat Dekan Franz Hofmann eng mit dem Landeskonservatorat für Tirol zusammengearbeitet und war stets darauf bedacht, die Restaurierungsarbeiten nur von qualifizierten Fachleuten durchführen zu lassen.


Herr Anton Huber
Der Besitzer der Lienzer Klause, Anton Huber, führt seit den 1980er Jahren eine kontinuierliche Konservierung der weitläufigen barocken, im Kern mittelalterlichen Festung durch, bei der er alljährlich für mehrere Wochen auch selbst Hand anlegt. Durch den unermüdlichen Einsatz von Anton Huber ist der mittlere Abschnitt der Ruine, der Pulverturm, nach dem Einsturz 2002 nahezu abgeschlossen, ein Projektende wird trotz der alljährlich vom Eigentümer initiierten Konservierungsschritte wohl nie erreicht werden. Dem persönlichen Engagement von Anton Huber ist es jedoch zu verdanken, dass die Reste der Lienzer Klause für die Nachwelt erhalten bleiben. Das kulturelle Interesse des Kultur-Idealisten und ehemaligen Langzeit-Vizebürgermeisters zeigt sich außerdem in seiner aktiven Tätigkeit in zahlreichen Vereinen, insbesondere dem Schützenverein oder dem Tiroler Burgenverein.

Herr Dipl.-Ing. Alois Laiminger
Dipl.-Ing. Alois Laiminger ist seit 1986 Bauamtsleiter der Gemeinde Hopfgarten im Brixental. In dieser Funktion ist er unermüdlich, geduldig und nachhaltig für den Denkmalschutz tätig. Er koordiniert seit 1988 die Schutzzone in der Gemeinde, seit damals ist er auch Mitglied des Sachverständigenbeirates nach dem Stadtkern- u. Ortsbildschutz. Neben seinen administrativen Aufgaben hat Dipl.-Ing. Laiminger auch zahlreiche Restaurierungsmaßnahmen in Hopfgarten betreut, wie beispielsweise die Innenrestaurierung der Pfarrkirche Hopfgarten, die Renovierung des Gemeindeamtes (ehem. Gasthof Krone), die Generalsanierung des Widums, archäologische Grabungen zur Erforschung der Ruine Engelsburg sowie die Konsolidierung der sichtbaren Mauerreste der ehemaligen Burganlage. Sein aktiver Einsatz für alle Denkmäler, alt wie neu, kann nicht hoch genug gewürdigt werden.


Herr HR Dipl.-Ing. Franz Mair
Eine große Kirchenrestaurierung bedarf der engen Zusammenarbeit von Pfarrgemeinde, Bischöflichem Bauamt und Denkmalamt, den praktischen Ablauf der Arbeiten wickelt in der Regel der örtliche Restaurierungsausschuss ab, dessen Obmann für Organisation und Finanzierung verantwortlich ist. In Dölsach hat diese Funktion der frühere Leiter des Amtes für Landwirtschaft in Lienz Herr Hofrat Dipl.-Ing. Franz Mair übernommen. Dipl.-Ing. Mair hat gemeinsam mit dem inzwischen verstorbenen Konsulenten des Bundesdenkmalamtes Herrn Ing. Roman Huter die Restaurierung geleitet, er hat alle wesentlichen Entscheidungen mitgetragen und sich auch um die finanzielle Abwicklung gekümmert. Seit 10 Jahren ist HR Franz Mair außerdem Ortschronist von Dölsach, womit sichergestellt ist, dass die denkmalpflegerischen Maßnahmen auch für die Nachwelt festgehalten sind.

Herr Diether Orator
Herr Diether Orator gehört zu jenen bescheiden im Hintergrund lebenden Persönlichkeiten, die nicht nur kulturell interessiert sind, sondern auch bereit sind, zur Erhaltung der Denkmäler persönliche finanzielle Beiträge zu leisten. Gemeinsam mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Elisabeth geb. Kripp hat er einige wichtige Restaurierungsprojekte gesponsert; so ein volkskundlich bemerkenswertes Stubengetäfel im Tiroler Volkskunstmuseum, die spätgotische Ölberggruppe in der Annenkirche von Mils bei Hall, ein barockes Madonnenrelief in der Haller Waldaufgasse, das Bachlechnerkreuz bei der Haller Pfarrkirche und das hochgotische Fresko in der Salvatorkirche von Hall i.T. Mit der heutigen Auszeichnung soll Herrn Diether Orator für sein Engagement und seine finanziellen Unterstützungen gedankt werden.


Herr Pfarrer Alban Ortner
Pfarrer Alban Ortner ist seit 1990 Pfarrer in Dölsach in Osttirol, wo er schon bald nach seinem Amtsantritt den mächtigen Pfarrhof instand setzte. Anschließend nahm er die Generalsanierung der Pfarrkirche von Dölsach in Angriff, ein besonders schwieriges denkmalpflegerisches Unterfangen, da die 1857 erbaute Kirche in den 60er Jahren purifiziert worden war. Mit diplomatischem Geschick und Kompromissbereitschaft hat es Pfarrer Ortner verstanden, die Pfarrgemeinde davon zu überzeugen, dass die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes die richtige Lösung für diese Kirche ist. Das restaurierte Gotteshaus von Dölsach ist in der Tat ein bedeutender Gewinn für den Denkmalbestand des 19. Jahrhunderts in Osttirol. Darüber hinaus hat sich Pfarrer Ortner auch um die Restaurierung des Paramentenhauses am Friedhof, der Filialkirche von Gödnach und der Marienkapelle in Görtschach gekümmert. Aus all dem geht hervor, dass sich Pfarrer Alban Ortner große Verdienste um die Denkmalpflege in Tirol erworben hat.

Herr Johann Pitterle
Für die Restaurierung der Peters- oder Schlosskirche von Panzendorf (Gemeinde Heinfels) war es besonders wichtig, einen tüchtigen Bauleiter vor Ort zu finden, da die Seelsorge dieser Kirche von Sillian aus erfolgt. Es war ein Glücksfall für die Pfarre, dass sich der Pfarrkirchenrat Johann Pitterle für diese Aufgabe bereit erklärt hat. Herr Pitterle hat nahezu im Alleingang die Restaurierung der Peterskirche geleitet, natürlich stets in engem Kontakt mit Pfarre, Denkmalamt und Bischöflichem Bauamt, und konnte immer wieder seine handwerklichen Fähigkeiten und seine berufliche Erfahrung – er ist vielseitig einsetzbarer Hausmeister in einer großen Firma und kommt ursprünglich aus dem Baugewerbe – mit einbringen. Während der gesamten Kirchenrestaurierung war Johann Pitterle ein verlässlicher Ansprechpartner, seinem persönlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass die Restaurierung zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnte.

Herr Dipl.-Ing. Walter Preyer
Dipl. Ing. Walter Preyer studierte bei Prof. Rudolf Wurzer an den TU Wien Raumplanung.
Von seiner späteren Dienststelle in der Abteilung Raumordnung des Landes Tirol wurde er 1976 zum Mitglied des Sachverständigenbeirates nach dem Stadtkern- und Ortsbildschutzgesetz nominiert. Dort lernte er schon früh die Problematik und Herausforderungen von Ortsbildschutz und Denkmalschutz kennen. Die Erhaltung historischer Bausubstanz war ihm dabei von Anfang an ein großes Anliegen. Auf seine Initiative hin wurden nicht nur zahlreiche Schutzzonen in Tirol eingerichtet, sein über die Pensionierung hinausreichender unermüdlicher Einsatz hat auch ganz wesentlich zur Erhaltung und Sanierung vieler Ortskerne und Denkmäler von Reutte bis Obertilliach beigetragen. Sein über drei Jahrzehnte reichendes Engagement für Ortsbildschutz und Denkmalschutz in Tirol war und ist von unschätzbarem Wert.

Herr Kay Martin Thieme
Seit Kay Martin Thieme 1971 in der Nachfolge seiner Mutter und seines Onkels das nicht gerade konfliktfreie Miteigentum an Schloss Weißenstein in Matrei in Osttirol übernahm, wurde die Obsorge für Weißenstein zu seinem Lebensinhalt. Seinem steten Einsatz ist es zu verdanken, dass sukzessive zahlreiche Restaurierungsarbeiten, wie z. B. die Neueindeckung aller schadhaften Dächer, statische Sicherungen, die Instandsetzung von Zinnen, Tor und Brücke sowie die Konservierung von Wappenfresken im so genannten Rittersaal in Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung des Landes Tirol durchgeführt werden konnten. Mit großem Engagement und Sammelleidenschaft hat Kay Martin Thieme zudem einen unverzichtbaren Fundus interessanter Materialien zur Geschichte von Schloss Weißenstein und der Familie Thieme angelegt.


Herr Tobias Trost und Herr Alexander Brugger
Tobias Trost und Alexander Brugger sind Gründungsmitglieder des Heimatkundlichen Vereins Medaria, der sich seit seiner Gründung im Jahre 1970 die Erhaltung des Kulturgutes im Raum Matrei i. O. zur Aufgabe gemacht hat. Auf das Engagement und die aktive Tätigkeit dieser beiden Persönlichkeiten gehen zahlreiche Kulturinitiativen im Raum Matrei zurück, unter ihnen die Wiedereröffnung des Heimatmuseums Matrei (1976), die Rettung des Bichlerhofes im Jahr 2000, der nun in einem Dornröschenschlaf auf eine Weiternutzung wartet, oder die Restaurierung der Filialkirche St. Nikolaus in Ganz. Durch ihren persönlichen Einsatz und ihre zahlreichen Bemühungen, mit denen sie auf vielfältige Weise die Arbeit des Denkmalamtes unterstützen, haben sie sich große Verdienste um die Denkmalpflege in Tirol erworben.

Herr Hans-Sighart Wilhelmer
Seit der Übernahme des Hochfürstbischöflich-brixnerischen Pfleggerichtshauses 1991 durch die Messerschmitt-Stiftung und die in den folgenden Jahren durchgeführten Restaurierungs- und Revitalisierungsmaßnahmen ist Hans-Sighart Wilhelmer untrennbar mit diesem Haus verbunden. Nach Abschluss der Restaurierung unter der Bauleitung von Ing. Roman Huter, dem zwischenzeitlich verstorbenen Konsulenten des Bundesdenkmalamtes, überwachte Hans-Sighart Wilhelmer selbstlos, kompetent und unermüdlich die Adaptierung des ehem. Pfleghauses als Gerichtsmuseum, das er gemeinsam mit dem als Bauernladen geführten Kornkasten heute noch betreut. Es war ein Glücksfall für die Messerschmitt-Stiftung, das Denkmalamt und nicht zuletzt für den Pfleghof selbst, dass sich Hans-Sighart Wilhelmer für diese Aufgabe bereit erklärt hat und die Revitalisierung zu einem so erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnte.

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