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Hofrat DI Dr. techn. Ulrich Harb, Landeskonservator für Kärnten 1992-2006


Stift Viktring, Bundesrealgymnasium, Umbauten 1999 (Architekt G. Kulterer)

Friesach, Fürstenhof, Speicher, Renovierung, Zubauten 2001 (Architekten M. Kowatsch, J. Klingbacher, H. Douschan)

Klagenfurt, "Salzamt", Umbau 2002 (Architekt H. Missoni)
Mit der Würdigung des Landes Kärnten für die Verdienste um die Baukultur geht der amtierende Landeskonservator in den Ruhestand.
Am 1. Februar 2007 wird der mit Ende des Jahres 2006 aus dem aktiven Dienst scheidende Landeskonservator für Kärnten Dr. Ulrich Harb im Rahmen der Vergabe des Landesbaupreises 2006 in Kärntens „Haus der Architektur“ mit dem Würdigungspreis „für besondere Leistungen der Architektur und Verdienste um die Baukultur“ ausgezeichnet. Architekt DI Gernot Kulterer begründete die Entscheidung des Fachbeirates für Baukultur, diesen Preis an einen Denkmalschützer zu vergeben folgendermaßen:
„In der Zeit seines Wirkens, aber auch schon seit seinem Amtsantritt im Bundesdenkmalamt vor 31 Jahren, ist es ihm gelungen, in Kärnten ein außerordentlich konstruktives Klima zwischen den beiden gegensätzlichen Polen „Neues Bauschaffen“ und „Denkmalschutz“ aufzubauen. Als ausgebildeter Architekt hatte er nicht nur einen hervorragenden fachlichen Zugang zu bautechnischen Problemen. Durch seine klare Sicht, sein unorthodoxes Herangehen an baukonservatorische Fragen und sein Verständnis für die Anliegen zeitgemäßer Architektur war er stets ein gesuchter und respektierter Partner beim Bauen in historischem Rahmen. (…) Dr. Harb hat in seiner Amtsperiode erreicht, dass das Bundesdenkmalamt in Kärnten für die Bauschaffenden nicht als verhindernde, sondern als beratende und helfende Instanz empfunden wurde.“
Architektonisch und denkmalpflegerisch schlüssige Ergebnisse zeigen sich u. a. in den Revitalisierungen denkmalgeschützter Bauten für die Landesausstellungen in Straßburg, Hüttenberg/ Heft, Ferlach, Friesach, Winklern ebenso wie in den Adaptierungen der Fachhochschulen in Spittal an der Drau und Feldkirchen sowie des Bundesrealgymnasiums in Stift Viktring oder in Kunst- und Kulturhäusern, wie im renovierten und durch einen Anbau erweiterten Stadttheater oder im aus einem Umbau hervorgegangenen „Museum Moderner Kunst“ in Klagenfurt.
Das Verdienst des scheidenden Landeskonservators lässt sich freilich nicht auf sein Engagement für die Verbindung von historischer Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur reduzieren: Der gebürtige Oberösterreicher trat nach oftmaliger Mitarbeit an Ausgrabungen in Persien und mehrjähriger Referententätigkeit beim Deutschen Archäologischen Institut in Istanbul 1975 seinen Dienst im Landeskonservatorat für Kärnten an. Als Ergebnis des in den 1970er Jahren gestiegenen Interesses an authentischen Architekturoberflächen und Architekturpolychromien wurden in seiner Amtstätigkeit in Kärnten in enger Zusammenarbeit mit der Bauabteilung der Diözese Gurk in vielen der über tausend Kirchen historisch relevante Raumfassungen und Fassaden restauriert und rekonstruiert. Die allgemeinen denkmalpflegerischen Aufgaben bewegten sich im Spannungsfeld von der Restaurierung einer kleinen romanischen Schnitzmadonna bis zum eingreifenden Umbau einer Burg- oder Schlossanlage, von der Sanierung einer Steingewölbebrücke bis zur Sicherung eines Bleihochofens, von der Restaurierung von Orgeln, Fastentüchern und Flügelaltären bis zur in Kärnten immer schon als wichtig erachteten Freilegung und Konservierung von Wandmalereien. Sein methodisches und praktisches Wissen gab Harb in zahlreichen Seminaren und Vorträgen weiter. Er publizierte u. a. über Gewölbebau des Islam, über Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts in Kärnten sowie über Baudenkmalpflege und legte umfangreiche Berichte über die Tätigkeit der Denkmalpflege in Kärnten vor.
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