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Salzburg feiert!

Die Bibliothek mit dem Stuckmarmorbogen

Der Eingangsbereich ins Landeskonservatorat mit dem historischen Boden aus Adneter Marmor

Die neue Publikation zur Salzburger Mariensäule
Am 22. November 2006 lädt das Landeskonservatorat für Salzburg anlässlich seiner Erweiterung und Adaptierung zu einem Festvortrag: „Leben wir in Zeitgefängnissen? Schrumpft oder wächst die Zeit in dynamischer Gegenwart?“ von Professor Dr. Kurt Weis von der TU München. Die Begrüßung hochrangiger Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft erfolgt durch Präsident Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Georg Rizzi.
Anlass der Feierlichkeiten ist der Abschluss der 2002/03 begonnenen Wiederherstellung der historischen Raumsituation unter Berücksichtigung der aktuellen betrieblichen Bedürfnisse. In den letzten vier Jahren wurden die Räumlichkeiten des direkt im Salzburger Altstadt-Kern gelegenen Hauses Sigmund-Haffner-Gasse 8 umfassend adaptiert und deren Ausstattung gemäß dem Zustand des frühen 20. Jahrhunderts restauriert.
Als in den späten siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts das Gebäude entkernt und zum Kaufhaus werden sollte, konnte mit dessen Unterschutzstellung dieses Projekt gestoppt werden. Wenige Jahre später zog hier das Bundesdenkmalamt in die ehemalige Beletage im zweiten Obergeschoß ein, was ebenfalls zur langfristigen Substanzsicherung beitrug.
Das Bürgerhaus selbst ist anschauliches Zeugnis einer bewegten Geschichte mannigfaltiger Nutzungen. Die reichen Stuckdecken sowie die Bogenrahmung des Alkoven in Stuccolustro gehen auf die erste größere Adaption des spätgotischen Kernbaus in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück. Bauherr war der fürsterzbischöfliche Hofkanzler Max Josef Graf Lamberg, der für die Ausschmückung seines „Privatpalais“ die in der nahe gelegenen erzbischöflichen Residenz tätigen Stukkateure engagierte.
1901 richtete hier die Familie Stumpp eine Blumen- und Samenhandlung ein, die gerade in Zeiten wirtschaftlicher Rezession florierte, als die Bevölkerung auf im Eigenanbau gezogenes Obst und Gemüse angewiesen war. Der finanzielle Erfolg ermöglichte, 1920/25 die Beletage großzügig mit Dekorationsmalereien auszugestalten. Die in Kalk-Kasein-Technik ausgeführten Schablonenmalereien sind von außergewöhnlich hoher Qualität – so sind in der freigelegten Brokattapeten-Malerei Lichteinfall und changierende Farbnuancen illusioniert. Die Ausstattung ist auch insofern eine Rarität, da sie den späten Ausklang des neobarocken Stils in seiner Funktion als Repräsentationsstil des etablierten Großbürgertums noch nach dem Ende der Monarchie dokumentiert.
BUCHPRÄSENTATION
Zur Neueröffnung legt das Landeskonservatorat eine Neuerscheinung zur Mariensäule am Salzburger Domplatz im Rahmen der „Salzburger Beiträge zur Kunst und Denkmalpflege“ vor. Damit wird eines der größten Restaurierungsprojekte der letzten Jahre als anschauliches Beispiel der Konservierung monumentaler Bleiplastiken für Fachleute und interessierte Laien in deutscher und italienischer Sprache dargestellt – ein wertvoller Beitrag zum Spezialgebiet der Metallrestaurierung und deren noch punktuelle Erfahrungen mit im Freien aufgestellten Bleigüssen.
Zu diesem Thema wird der ehemalige Leiter der Restaurierwerkstätten Kunstdenkmale des Bundesdenkmalamts, Dozent Dr. Manfred Koller, in Deutsch und Italienisch referieren.
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