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50 Jahre Charta von Venedig – Geschichte, Rezeption, Perspektiven

Präsidentin Dr. Barbara Neubauer spricht Ihre Begrüßungsworte zur Tagung © BDA, Foto: Irene Dworak

Christoph Thun-Hohenstein, Direktor des MAK Wien © BDA, Foto: Irene Dworak

Hans-Rudolf Meier (Weimar), 1. Vorsitzender des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege,bei seinem Resümee zur Tagung © BDA, Foto: Irene Dworak

Wilfried Lipp bei seinem Vortrag: "50 Jahre und kein bisschen leise - Zeit- und ideengeschichtliche Betrachtungen zu einem Jubiläum" © BDA, Foto: Irene Dworak

Die rege Diskussion setzte sich auch in den Pausen fort © BDA, Foto: Irene Dworak

Dr. Bernd Euler begrüßt zum Abendempfang im Arsenal © BDA, Foto: Irene Dworak

Den Tagungsgästen standen aktuelle Restaurierungen zur Besichtung frei © BDA, Foto: Irene Dworak

Die BDA Mitarbeiter Mag. Markus Santner und Murat Yasar zeigten Waltraud Kofler-Engl (Bozen) und Jörg Haspel (Berlin), Präsident von ICOMOS-Deutschland aktuelle Restaurierungen © BDA, Foto: Irene Dworak

Prof. Dr. Georg Mörsch und seine Frau bei ihrem Rundgang durch das Arsenal © BDA, Foto: Irene Dworak

 

Vom 2. bis 4. Oktober 2014 fand im MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst die Jahrestagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und ICOMOS Deutschland, Österreich und Schweiz zum Thema „50 Jahre Charta von Venedig“ statt.

Entsprechend der großen Zahl von Kooperationspartnern lockte die Veranstaltung ein internationales Publikum von etwa 180 Personen nach Wien. Wie aus dem Untertitel „Geschichte, Rezeption, Perspektiven“ hervorgeht, ging es nicht so sehr um eine Jubiläumsfeier, vielmehr sollte die Charta von Venedig von 1964– wohl das bedeutendste und am meisten rezipierte internationale Grundsatzpapier zur Praxis der Koservierung und Restaurierung von Denkmalen – als historisches Dokument kritisch betrachtet werden. So setzten sich die Beiträge mit der Entstehungsgeschichte, der Rezeption in Recht und Praxis aber auch möglicher Zukunftsperspektiven – etwa in Form nationaler Richtlinien zur Restaurierpraxis, wie den Standards der Baudenkmalpflege auseinander.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege, Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier, fasste die Erkenntnisse der Tagung in seinem Resümee folgendermaßen zusammen:

Wenn der Grundlagentext der internationalen Denkmalpflege ein halbes Jahrhundert alt wird, liegt es nahe, seine Entstehung und Wirkung zu diskutieren und zu fragen, wie relevant das Dokument heute noch ist.

Es hat sich gezeigt, dass die Vor- und Entstehungsgeschichte der Charta von Venedig noch keineswegs erschöpfend erforscht ist. Dass diese und deren Geschichte gerade heute wieder intensiver diskutiert werden, ist wohl nicht zufällig und nicht nur dem Jubiläum geschuldet. Chartas und ähnliche Grundsatzpapiere entstehen mit Vorzug in Schwellenzeiten und entsprechend ist auch heute der Wunsch nach neuer Übersichtlichkeit evident.
Der heutige Nutzen der Charta liegt nicht nur in der guten Aussprechbarkeit und den durchwegs positiven Assoziationen, die man mit der Lagunenstadt verbindet, aus denkmalpflegerischer Sicht wären insbesondere John Ruskins „Stones of Venice“ zu nennen. Vielmehr führe die Charta in der Öffentlichkeit recht eigentlich ein „Parallelleben“, da sie gerade vielen Außenstehenden kurz und vergleichsweise klar vermittle, welche Prinzipien die Denkmalpflege verfolge, die ansonsten leicht im Verdacht eines Arkanprinzips steht. Die Charta sei „Richtschnur“ und Argumentationshilfe, „roter Faden“, „Denkwerkstatt“ und der einzige Text, auf den sich Architekten einigen könnten, so die praxisrelevanten Epitheta in den Vorträgen. Es ist zu Recht darauf hingewiesen worden, dass die Charta von Venedig auch heute noch wesentliches Mittel der internationalen Verständigung in grenzüberschreitenden Projekten ist.


Das Resümee von Hans-Rudolf Meier in voller Länge finden Sie hier.

Die Beiträge werden in Form eines Tagungsband in der Reihe Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 2015 erscheinen. 

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