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Fachgespräch zur Restaurierung von Kirchenausstattungen
„Das Einzelne und das Ganze. Best Practice: Stiftskirche Zwettl. Planung-Umsetzung-Reflexion.“

FG Zwettl 1

Die Diskussion vor Ort erleichterte die Wahrnehmung der "einzelnen Restaurierungen" als "Teil des Ganzen". © BDA, Foto: Irene Dworak

Unter strenger Beobachtung von Stiftspfarrer P. Prior Gregor Bichl leitet Fachdirektor HR Dr. Bernd Euler die Diskussionsrunde in der Kirche. © BDA, Foto: Irene Dworak

v.l.: Mag. Michael Vigl, Fachbereichsleiter Gemälderestaurierung, Restaurator Mag. Ralf Wittig und Fachdirektor HR Dr. Bernd Euler. © BDA, Foto: Irene Dworak

Restaurator Mag. Peter Kopp erläutert das Konzept der Restaurierung der Holzausstattung. © BDA, Foto: Irene Dworak

Mag. Julia Amann, Fachbereichtsleiterin für Gemälderestaurierung, beleuchtet die unterschiedlichen Herausforderungen zur Erreichung eines Restaurierziels. © BDA, Foto: Irene Dworak

Der Festsaal mit Wandmalereien von Josef Schitz (1763) bot der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. © BDA, Foto: Irene Dworak

Fachdirektor HR Dr. Bernd Euler dankt der Leiterin des Abteisekretariats, Frau Eva Fallmann für die freundliche Aufnahme und die Unterstützung bei der Organisation. © BDA, Foto: Irene Dworak

Am 19. und 20. September 2013 veranstaltete die Abteilung für Konservierung und Restaurierung des Bundesdenkmalamtes in Zusammenarbeit mit dem Landeskonservatorat für Niederösterreich aus Anlass der erfolgreich abgeschlossenen Innenrestaurierung der Stiftskirche Zwettl ein Fachgespräch in Kirche und Festsaal des Stiftes.

Die rund 60 TeilnehmerInnen setzten sich aus DenkmalpflegerInnen, RestauratorInnen und VertreterInnen von kirchlichen und öffentlichen Stellen zusammen. Das Format dieser Fachgespräche des Bundesdenkmalamtes ist bereits bestens etabliert und bietet ein Forum für den Gedankenaustausch zwischen DenkmalpflegerInnen und ausführenden RestauratorInnen, um die gemeinsamen Anliegen zu diskutieren und eine gleiche Sprache zu finden. Grundlage hierfür sind verschiedene Referate zum Thema, eingehende Ortsbesichtigungen und ausreichend Gelegenheit zum Gespräch in der Runde.

Das diesjährige Thema in Zwettl waren die Herausforderungen komplexer Restaurierungsprojekte, bei denen die zahlreichen einzelnen Untersuchungsergebnisse und Restaurierungsvorschläge für alle Material- und Kunstgattungen in ein zusammenhängendes Gesamtkonzept übergeführt werden müssen, um am Ende die anschauliche und nachvollziehbare Wahrnehmung des ganzen Raumes mit seiner Ausstattung sicher zu stellen und Widersprüchlichkeiten in der Wahrnehmung zu vermeiden. Dies hat in hohem Maße mit einem konsequenten denkmalpflegerischen und restauratorischen Projektmanagement zu tun, das die Koordination aller Planungs- und Umsetzungsprozesse gewährleistet und für eine kontinuierliche Qualitätssicherung sorgt. So sind die Ergebnisse der historischen, restauratorischen, naturwissenschaftlichen und technischen Untersuchungen zu bündeln und im Hinblick auf das gemeinsame Restaurierziel zu synchronisieren. Dieses gemeinsame Restaurierziel ist vom historischen Kontext aller Teile bestimmt und kann im überlieferten Zustand oder aber in einer älteren gemeinsam wirksamen Gestaltungsphase von Raum und Ausstattung liegen. Eine große Herausforderung liegt darin, im Rahmen von Ausschreibungsvorgängen die erforderliche fachliche Qualifizierung zu verankern. Die Abstimmung aller Detailprozesse, die ja von unterschiedlichen handelnden Personen ausgeführt werden, und die laufende Qualitätskontrolle sind Basis für ein verantwortbares Endergebnis.

Im Laufe des Fachgesprächs hat sich herausgestellt, dass eine gemeinsame Handlungsgrundlage in Form von Standards für denkmalpflegerisch-restauratorische Planungsarbeiten, Vorbereitungsschritte, Ablaufprozesse, Zusammenarbeitsmodelle etc. die Konzipierung und Abwicklung solcher Gesamtprojekte erleichtern würde. Dies wird in dem Gesamtvorhaben des Bundesdenkmalamtes zur Erstellung von Standards der Denkmalpflege in verschiedenen Bereichen Berücksichtigung finden.

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