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Präsident als Einstandsgeschenk

Die Spenderin Elisabeth Maurer mit ihrer Tochter vor dem Portrait

Präsidentin Neubauer, Frau Maurer mit Tochter, Frau Wiener (Abteilung Ausfuhrangelegenheiten)

Detail


Fortunat Schubert von Soldern, 1867 – 1953, war der erste Präsident des Bundesdenkmalamtes. Am 30. Juli 2008 wurde sein Portrait der neuen Präsidentin Barbara Neubauer als Spende übergeben und in den jetzigen Räumen des Amtes in der Wiener Hofburg aufgehängt.
„Jedes Denkmal gibt uns in gewisser Hinsicht Zeugnis davon, was wir waren, was wir jetzt sind und was wir sein sollten. Die Zerstörung eines Denkmales bedeutet sonach nicht bloß einen vernichtenden Streich gegen unsere Vergangenheit, sondern auch die Vernichtung einer Zukunftsmöglichkeit, einer Zukunftshoffnung“.
Das schrieb Schubert von Soldern im Jahr 1933. Er war seit 5 Jahren Präsident des Bundesdenkmalamtes, einer Behörde, die er maßgeblich mitbegründet und -gestaltet hatte. Jurist und Kunsthistoriker aus alter Prager Patrizierfamilie, war er nach kurzer Tätigkeit in der Wiener Finanzprokuratur an die Kupferstichsammlung in Dresden berufen worden und hatte dort u.a. die Leitung der Privatbibliothek König Alberts von Sachsen übernommen. 1913 kam er nach Wien zurück und übernahm die Leitung sowohl der juristischen als auch der fachlichen Abteilung des Staatsdenkmalamtes.
Nach dem Krieg war es Schubert von Soldern, der ein „Ausbluten“ des österreichischen kulturellen Erbes, insbesondere des musealen Besitzes, verhinderte. Dem noch 1918 erlassenen Ausfuhrverbotsgesetz, der ersten gesetzlichen Grundlage für Kulturgutschutz in Österreich, folgte 1923 das noch heute gültige Denkmalschutzgesetz. In einer Würdigung des Altpräsidenten aus Anlaß seines 80. Geburtstags 1947 wird das so kommentiert: „Was in Deutschland durch Jahrzehnte angestrebt und bis heute nicht erreicht wurde, war in Österreich dank der juristischen und fachlichen Einsicht und der klugen Diplomatie Schubert-Solderns in vorbildlicher Weise gelungen.“
Nach allen überlieferten Zeugnissen muss Schubert von Soldern einer jener wirklichen Weltbürger gewesen sein, die die Donaumonarchie gelegentlich hervorbrachte, eine vielseitig interessierte, hochkultivierte Persönlichkeit, dabei auf Grund seiner Menschlichkeit von seinen Mitarbeitern verehrt. Zu seinem 70. Geburtstag ließen sie ihn, den damals schon pensionierten Präsidenten, von dem angesehenen Portraitisten Heinrich Rauchinger darstellen.
Das Bild kommt nun dank einer großzügigen Schenkung der Besitzerinnen, Frau Elisabeth Maurer und Frau Brigitte Klaassen, über Vermittlung der Ausfuhrabteilung in das Bundesdenkmalamt zurück. Nach restauratorischen Maßnahmen der amtseigenen Restaurierwerkstätten wurde es am 30. Juli 2008 im Zuge eines Festaktes der Präsidentin des BDA, Frau Dr. Barbara Neubauer, übergeben.
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