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Schnepfau, Bauernhaus Nr. 42Zur Restaurierung eines Bregenzerwälder Einhofes aus dem 17. Jahrhundert

Vorzustand

Vorzustand

Fassade vor der Resaurierung

Fassade vor der Resaurierung

Repariertes Fenster

Repariertes Fenster

Treppe ins Obere Geschoss

Treppe ins obere Geschoss

Fassade während der Restaurierung

Fassade während der Restaurierung

Bemerkenswert am sog. „roten Haus“ ist die noch erhaltene „ochsenblutfärbige“ Giebelfassade mit den farblich hervorgehobenen Würfel- und Zahnschnittfriesen.

Das unweit der Kirche gelegene Bauernhaus weist aufgrund der gedrungenen Form und Proportion auf eine Entstehung in einer frühen Bebauungsphase des hinteren Bregenzerwaldes hin. Der im 17. Jahrhundert errichtete Ursprungsbau wurde durch eine Überformung Anfang des 20. Jahrhundert in die heute sowohl innen als auch außen noch sehr homogen erhaltene Erscheinungsform gebracht. Bemerkenswert am sog. „roten Haus“ ist die noch erhaltene „ochsenblutfärbige“ Giebelfassade mit den farblich hervorgehobenen Würfel- und Zahnschnittfriesen. Masken und Zierkonsolen heben die Fenster des Erdgeschosses optisch hervor. Die Bregenzerwälderhöfe des 17. und 18. Jahrhunderts waren unverschindelte, oft auch bemalte Blockbauten; erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden sie mit den typischen Schindeln verkleidet und mit farbigen Läden versehen.
Der mit dem First nach Norden gerichtete, zweigeschoßige Hof mit flachem Satteldach ist über einem gemauerten Keller mit Ausnahme der Ständerkonstruktion am Schopf zur Gänze in Blockbauweise gezimmert. Der giebelseitige Dachvorsprung ruht auf breiten, konkav ausgeschnittenen Pfetten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Wirtschaftsteil neu und höher errichtet; auch Teile der Einrichtung und einige Fenster im Obergeschoss stammten aus dieser Zeit. An der Ostseite richtete man eine Schreinerwerkstätte ein, in dem man die Stube verkleinerte und den offenen Schopf ausbaute. In der Grundrißanlage ist der kompakte Baukörper in der für den Bregenzerwald charakteristischen Form des quergeteilten Einhofes mit in Firstrichtung aneinandergestelltem Wohn- und Wirtschaftsteil angelegt.
Die Erschließung des Einhofes von außen erfolgt ausschließlich auf der Ostseite über die Eingangstüre und die daneben liegende Scheuneneinfahrt. Das Zentrum bildet die ehemalige Flurküche von der man in die Stube und Kammern gelangte. Im Obergeschoss gabt es zwei Kammern und so genannte Schlüpfe (niedrige Räume an den Traufseiten unter der Dachschräge).
Während der seit Sommer 2004 laufenden Bauarbeiten wurde durch den schlechten Bauzustand immer wieder der Austausch von Holzteilen im Dachstuhl und an den Blockwänden nötig. Das ahistorische Eternitdach konnte durch ein Schindeldach ersetzt werden. Der Grundriss mit dem zentralen hölzernen Treppenaufgang wurde nur unwesentlich verändert und der Keller blieb mit seinen alten Oberflächen erhalten. Angrenzende Teile des Stallgebäudes werden zu Sanitär- und Lagerräumen umfunktioniert; an sich bleibt die Nutzung aber eine landwirtschaftliche - der Stall soll in den nächsten Jahren umgebaut werden.

Größten Wert legte man auf die Erhaltung und Restaurierung der künstlerisch wertvollen Details. Nach Analyse durch das Labor des BDA erfolgte der Anstrich in Ölfarbe. Neben dem auffälligen Rot der Fassade kamen auch ocker und grün an Friesen und Läden zur Anwendung. Am Madonnenbild, den Inschriften und den noch erhaltenen farbigen Innentüren und Brettläden wurde gefestigt und retuschiert.

Landeskonservatorat für Vorarlberg

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