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Juli
Dampflokomotive 671
Steiermark, Graz
…und sie fährt wieder…

Nach unzähligen Arbeitsstunden erstrahlt die Lokomotive in neuem Glanz. © Steirische Eisenfreunde.

Von einem freiwilligen Helfer wird kurz vor der Ausfahrt noch Hand angelegt. © Steirische Eisenbahnfreunde.

Die 671 wurde sogar auf einer Briefmarke verewigt. © Steirische Eisenbahnfreunde

Die Lokomotive auf einer ihrer ersten Ausfahrten. Es raucht stark aus dem typischen Kegelschornstein, genannt "Stanitzel"rauchfang. © Steirische Eisenbahnfreunde

Die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren; ein Blick auf den erneuerten Kessel. © Steirische Eisenbahnfreunde.
Die Dampflokomotive 671 wurde 1860 erbaut und ist mit ihren 140 „Dienstjahren“ die älteste immer in Betrieb stehende Dampflokomotive der Welt.
Der erste Direktor der Maschinenfabrik in Wien, der Erfinder John Haswell konstruierte nach den Vorbildern der "Hall'schen Kurbel" die Pläne für eine C-gekuppelte Schlepptenderlokomotive. In den Jahren von 1860 bis 1872 wurden 205 Exemplare dieser Lokomotive der Baureihe 29 in Wien, Wiener Neustadt und Esslingen, Deutschland, für die k.k. privilegierte Südbahngesellschaft produziert, welche auf allen österreichischen und ungarischen Linien der Südbahn und der von ihr betriebenen Privatbahnen zum Güterzugsdienst eingesetzt wurden. Nach der Verstaatlichung der Südbahn gelangten 1925/26 mehrere Lokomotiven in das Eigentum der GKB (Graz - Köflacher Bahn).
Deren technische Daten beeindrucken: Über 38 Tonnen können bei einer Leistung von 386 PS maximal 45 km/h erreichen. Ein Kohlenvorrat von 7,2 Tonnen findet auf der Lok Platz. Vier dieser Maschinen mit den Seriennummern 671, 674, 677 und 680 überdauerten den Zweiten Weltkrieg und fuhren bis Anfang der 60erJahre des 20. Jahrhunderts im Dienst der GKB. Die 674 gelangte daraufhin in das Eisenbahnmuseum Budapest, die 680 in das Museum für Technik und Verkehr nach Berlin, die 677 wurde verschrottet. Diesem Schicksal konnte die 671 entgehen.
Die 671 musste zwar am 30.11.1970 nach Ablauf der Kesselfrist abgestellt werden, dem Verein "Steirische Eisenbahnfreunde" gelang jedoch gemeinsam mit der GKB-Direktion die Durchführung einer Hauptuntersuchung in den Jahren 1975-78 in der Werkstätte Graz (neue Feuerbüchse, Kessel und Tender wurden generalüberholt), sodass am 30.4.1978 die Wiederinbetriebnahme für Sonderzugsfahrten erfolgen konnte. 1988 und 2001 wurden erneut Hauptreparaturen notwendig; 1000de Arbeitsstunden leisteten Freiwillige der Steirischen Eisenbahnfreunde und Mitarbeiter der Graz–Köflacher Bahn.
Heute fährt sie mit einem neuen Kessel wieder. Presseberichten zufolge begleiteten hunderte begeisterte Eisenbahnfans die neuerliche Ausfahrt „ihrer“ 671er im September 2003.
Durch die Betriebsfähigkeit kommt dieser Lokomotive neben der musealen Bedeutung auch noch als bewegliches Denkmal im Sinne der Veranschaulichung des historischen Dampflokbetriebes eine außerordentliche Bedeutung zu.
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