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September

ehem. NÖ LandhausWien 1., Herrengasse 13

alle Fotos dieser Seite: © BDA Fotoarchiv - Bettina Neubauer

Der Gebäudekomplex, der bis vor wenigen Jahren als Niederösterreichisches Landhaus diente, ist nicht nur ein Ort, wo wiederholt politische Akte höchster Bedeutung gesetzt wurden (Erbhuldigungen durch die Stände, Ausgangspunkt der Revolution von 1848, Konstituierung der „provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich“ von 1918), sondern er ist einzigartig für Wien durch die hier sichtbare Abfolge aller Baustile des letzten halben Jahrtausends. Von der Spätgotik, über Renaissance, Barock bis hin zum Historismus sind alle Formen vertreten.

Den ab 1513 im Trakt am Minoritenplatz entstandenen spätgotischen Gewölben im Erdgeschoß fügte Hans Saphoy in der nächsten Bauphase unter anderem die Gewölbe des Großen Sitzungssaales im Obergeschoß und den Verordnetentrakt hinzu. Die Decke des Sitzungssaales des Landtages stattete Antonio Beduzzi 1710 nach einem Programm von Giovanni Commazzi mit Deckenfresken aus, die allegorische Darstellungen der Austria vor der göttlichen Vorsehung über den Erdteilen und Flußgöttern zeigen, die in illusionistische Scheinarchitektur eingebettet sind. Seine heutige charakteristische Gestalt erhielt der Komplex ab 1837durch Zu- und Umbauten von Alois Ludwig (Luigi) Pichl.
In den letzten vier Jahren entstanden nach der Übersiedlung des Niederösterreichischen Landtages und der Landesregierung durch Umbauten und Adaptierungen im Erdgeschoß und 1. Stock eine Dependance Niederösterreichs in Wien sowie Kongressräume und Büros für das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten in den oberen Stockwerken und im nach innen erweiterten Dachraum. Gleichzeitig wurden die historischen Teile des Komplexes mit Sitzungssaal, Herrensaal, Prälatensaal, Rittersaal und Verordnetentrakt durch Restauratoren sorgfältig gereinigt, konserviert und wenn notwendig instand gesetzt. Alle Einbauten für Foyer- und Garderoberäumlichkeiten erfolgten zwar in zeitgenössischen Formen, jedoch in maßvoller Zurückhaltung. Nach dem hier realisierten Projekt von Gerhard Lindner und unter dessen straffer künstlerischer Oberleitung wurde dem bedeutenden Gebäudekomplex eine weitere historische Schicht zugefügt.

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