Themen
Februar
Pfarrkirche hl. Petrus in St. Peter im KatschtalKärnten, Gem. Rennweg, Polit. Bez. Spittal a. d. Drau

Pfarrkirche nach der Außenrestaurierung 2002

Südfassade mit einem Fresko um 1500 nach der Freilegung 2003

Nordfassade mit Fresken aus dem 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nach der Freilegung 2003

Hochaltar nach der Rückführung auf die barocke Farbgebung

Orgelempore mit gotischen Rippen in der Farbgebung des Barock
Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung der über den Katschberg geführten „Unteren Strasse“ als eine der großen mittelalterlichen Transitrouten zwischen Venedig und den süddeutschen Handelsstädten bedingte in diesem Gebiet schon früh territorialpolitisch motivierte Kirchengründungen des Salzburger Erzbistums.
1520 ließ Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg den Übergang über die Tauern zur viel befahrenen Handelsstrasse ausbauen. Aus dieser Zeit wirtschaftlicher Prosperität stammt der zweischiffige westliche Teil der Kirche, welche nach einem Brand 1642 eine bauliche Erweiterung nach Osten und eine bemerkenswerte barocke Ausstattung erhielt.
Bei der 1999 eingeleiteten Innenrestaurierung wurde als Restaurierungsziel die Wiederherstellung der barocken Farbigkeit aus der Zeit der Kirchenerweiterung gewählt und auch die zuletzt ocker geschlämmten Rippen der Gotik im gebrochenen Weiß der Barockzeit überstrichen. Über der Empore, die sich über den gesamten gotischen Einstützenraum erstreckt, wurde durch die Freilegung zweier floral dekorierter Gewölbefelder auf die malerische Ausstattung des 15. Jahrhunderts hingewiesen. Bei Sanierungsmaßnahmen im Bodenbereich stieß man im südlichen Kirchenschiff auf Grundmauern eines romanischen Vorgängerbaus - vermutlich die zwischen 1184 und 1197 urkundlich erwähnte Kirche zu „St. Peter im Chaetzthale“.
Diese war, wie Baunähte an der Westfassade und im Dachraum zeigten, deutlich kleiner als die gotische Kirche und stand vermutlich mit der ursprünglich als Karner genutzten Krypta unter dem nördlichen Kirchenschiff in Zusammenhang. Bei der 2002 durchgeführten Außenrestaurierung wurde die mehrmals überstrichene barocke Architekturpolychromie mit grauen Eckquadern, Fenster- leibungen und -faschen am „1692“ datierten Turm sowie mit weißen Fensterleibungen und grünen Faschen am Langhaus und Altarraum wiederhergestellt. Dabei konnten die unterschiedlichen Putze - spätgotische Fächerputze am Turm und an der Westfassade und hellgrau durchgefärbte Rieselputze am Langhaus und Altarraum der Barockzeit - erhalten bzw. in der ursprünglichen Art rekonstruiert werden.
Von den am Langhaus freigelegten Fresken des 14. und 15. Jahrhunderts konnten die an der Südwand erhaltenen, Passionsszenen zeigenden Malereien stilistisch und thematisch mit Arbeiten des Meisters von Schöder in der Pfarrkirche hl. Georg in St. Georgen im Pinzgau in Verbindung gebracht werden. Die spätgotischen Fresken der Nordwand sind in ihrer Oberfläche stark reduziert und erschweren besonders bei dem an die Darstellung eines Marientodes anschließenden ältesten Fragment mit der vermuteten Darstellung eines hl. Christophorus und einer Thronarchitektur die Lesbarkeit.
Bei der in einer letzten Etappe durchgeführten Restaurierung der Ausstattung wurde am Hochaltar die Erstfassung des Jahres 1705 mit grau-weiß-roten Marmorierungen an den Säulen freigelegt und rekonstruiert, an der Kanzel und an den Seitenaltären blieb die Letztfassung des Jahres 1949 erhalten.
Durch die Wiederanbringung der zuletzt im Altarraum situierten Kanzel an ihrem ursprünglichen Platz und Neuanordnung der zahlreichen qualitätvollen Bilder, Statuen und des spätgotischen Taufsteines und nach Restaurierung der hölzernen Emporenaufbauten und des Kirchengestühls wurde ein einheitlicher Gesamteindruck im Inneren der Kirche geschaffen, die nach sechs Jahren und bei Gesamtkosten von € 580.000,- im Herbst 2004 durch den Bischof wieder ihrer engagierten Pfarrgemeinde übergeben werden konnte.
Druckversion

