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Puch, Schloss Urstein Barockes Schloss als Teil der Fachhochschule Salzburg

Das nordseitig gelegene Eingangsportal des Schlosses

Schloss Urstein

Schloss Urstein

Mittelflur und Stiegenhaus im EG

Barockes Fenster

Eines der restaurierten Fenster im 2. OG: Das eingemauerte barocke Fenster wurde erhalten

Stuckmedaillon

Detail der Stuckdecke im Gang des 2. OG

Kachelofen

Zu den bemerkenswertesten Ausstattungsstücken des Schlosses zählt ein Kachelofen im 2. OG des Schlosses, der aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt und der berühmten Salzburger Strobl-Werkstatt zuzuordnen ist.

Meierei

Die Meierei des Schlosses wird derzeit saniert

In der Urstein-Au in der Salzburger Gemeinde Puch entsteht seit 2004 der neue Campus der Fachhochschule Salzburg. Das dem modernen Campus benachbarte Schloss Urstein wurde zum Direktionsgebäude und einem Weiterbildungs- und Forschungszentrum umgestaltet.

Historischer Adelssitz an der Salzach

Schloss Urstein in der Tennengauer Gemeinde Puch ist ein alter Salzburger Adelsansitz. Die Ortsbezeichnung Urstein ist schon 1151 belegt, 1461 verwendet der damalige Besitzer des Anwesens Leonhard Golser den Namen Urstein als Adelsprädikat.

Das barocke Schloss, auf einer schmalen, zur Salzach steil abfallenden Konglomeratterrasse gelegen, wurde zwischen 1689 und 1691 durch Alfons Dückher Freiherr von Haslau errichtet. Der vorherige Sitz der Familie am Fuß der Felsterrasse wurde damals zum noch heute bestehenden Meierhof umfunktioniert. Im 19. Jahrhundert gingen Schloss und Meierei Urstein in den Besitz der Familie Kuhlmann über, von der sie im Jahr 2002 die „Akademie Schloss Urstein Privatstiftung“ erwarb - eine Stiftung, die auf Initiative der Wirtschaftskammer Salzburg mit dem Ziel der Erwachsenenbildung auf Hochschulniveau errichtet worden war. Im Schloss wurde neben der Direktion der Fachhochschule auch die „Akademie Urstein“ und das „Zentrum für Zukunftsstudien“ als Weiterbildungsstätte für Tourismusmanager eingerichtet.

Erhaltene historische Raumstruktur

Der Restaurierung gingen eine umfassende Bauforschung und restauratorische Befundungen des dreigeschoßigen, über rechteckigem Grundriss errichteten Schlosses voraus. Dabei stellte sich heraus, dass das mit Stuckdecken und Wandverkleidungen elegant ausgestattete Gebäude in einer einzigen Bauphase einheitlich errichtet worden war. In den folgenden Jahrhunderten wurden neben Fenster- und Türveränderungen vor allem Adaptierungen für die Wohnnutzung durchgeführt.

Im Zuge der Adaptierungsarbeiten wurde das Gebäudeinnere von Um- und Einbauten weitgehend befreit, so dass die ursprüngliche Raumstruktur wiederhergestellt wurde. Bei den notwendigen Umbaumaßnahmen für die neue Nutzung beschränkte man sich weitgehend auf Eingriffe an Gebäudeteilen, die durch frühere Umbauten bereits in ihrer Bausubstanz verändert waren. Neue Einbauten - Sanitäreinheiten, behindertengerechter Aufzug, Haustechnik usw. - wurden formal deutlich erkennbar ausgeführt, wobei mit Ausnahme des Lifteinbaus die Decken und Gewölbe großteils unangetastet blieben. Die historischen Türen und Böden in den Obergeschoßen (u.a. Adneter Marmor und Tafelparkett) konnten erhalten und restauriert werden.

Schwer in Mitleidenschaft zogen die Sanierungsarbeiten hingegen vier gemalte Nischenfiguren im Sockelbereich der Eingangshalle, wo übereiltes und unsachgemäßes Abscheren der Wandflächen und Einstemmen von Leitungen zu schmerzhaften Malereiverlusten führten.

Besonderes Augenmerk wurde auf die vorsichtige Reparatur und Restaurierung der Fenster gelegt, die zum Großteil aus dem 19. Jahrhundert stammen, teilweise aber auch in den 1930er Jahren erneuert wurden. Einige vermauerte Fensternischen, die im Zuge der Umbaumaßnahmen wieder aufgebrochen wurden, gaben auch noch Teile der ursprünglichen barocken Fensterstöcke und –flügel frei, die sorgfältig restauriert wurden und nunmehr im Inneren zu sehen sind.

Bei der Fassadenrestaurierung entschied man sich unter den zumindest sechs nachweisbaren Farbgestaltungen letztlich für die Fassung aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, da dies der Zeitpunkt der letzten grundlegenden Fassadenänderung durch den Einbau neuer Fenster war. Mit der restaurierten, in rosa und gelb gehaltenen Kalkfassade tritt das Schloss nunmehr wieder markant aus den sie umgebenden Bäumen und Wiesen hervor.

In Planung ist derzeit die Wiederherstellung des barocken Gartens von Schloss Urstein, der schon auf der ältesten bekannten Darstellung des Schlosses vom Anfang des 18. Jahrhunderts zu sehen ist und südlich des Schlosses auf der sich verbreiternden Konglomeratterrasse angelegt war. Eine einzelne der hohen Sandsteinvasen dieses kleinen Parks konnte geborgen und restauriert werden.

Adaptierung des Meierhofes

In den kommenden Monaten wird die Sanierung des Meierhofes - jenes Gutshofes am Fuß des Schlosshügels der bis zur Errichtung des heutigen Schlosses als Herrschaftssitz fungierte und dessen spätgotischer Kern im 15. und 16. Jahrhundert errichtet wurde – die Revitalisierung dieses historischen Ensembles in Urstein vervollständigen. Auch diese Gebäudegruppe mit Wohnhaus, kapellenartigem Brunnenhaus und Wirtschaftsgebäuden soll unter Schonung der historischen Bausubstanz und ohne Veränderung ihres äußeren Erscheinungsbildes den Zwecken der Fachhochschule nutzbar gemacht werden.

Bei der Restaurierung und Adaptierung von Schloss Urstein arbeiteten die Betreiber der Fachhochschule, allen voran die Wirtschaftskammer Salzburg, eng mit dem Landeskonservatorat für Salzburg zusammen, sodass – nicht zuletzt dank finanzieller Unterstützung aus Bundesmitteln für Denkmalpflege – eine gelungene Restaurierung der Anlage gelang.

Die offizielle Eröffnung des Schlosses fand im September 2005 statt, mit der Fertigstellung der gesamten Anlage ist 2007 zu rechnen.


Buchhinweis: Norbert Hierl-Deronco: Von Urstein nach Urstein. Hg. von der Akademie Urstein Salzburg (München 2006).
Zu Beziehen über die Wirtschaftskammer Salzburg (€ 12,-).

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