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Die Kultur der Prävention
Ein Informations- und Präventionsfolder zum Schutz vor Kulturgutdelikten
Die Kulturstube Prandegg - ein partizipatives Architekturprojekt im Mühlviertel

Rahmenlose Verglasung in historischem Türstock schafft Durchblicke.

Galerie in der Kulturstube. Begleitung des Planungsprozesses durch DI Wacha, Landeskonservatorat f. OÖ

Trittstufen auf Flachstahlbändern

Treppenanlage mit neuer Stahldecke

Indirekte Beleuchtung im inneren Fensterbrett

Einbau rekonstruierter Holzkastenfenster im bestehenden Steingewände

Lichtband über historischem Mauerrest

Überbrettertes Blechdach über Gastbetrieb

Zubau zum Meierhof beherbergt neues Restaurant

Detail der Räume des neuen Restaurants
Nach fast 2 Jahren Planung und Bau ist die Kulturstube im ehemaligen Meierhof am Fuße der Ruine Prandegg in Schönau im Mühlkreis nun (fast) fertig und wird am Sonntag den 7. September feierlich eröffnet.
Vom ehemaligen Meierhof der Ruine Prandegg waren nur mehr der Wohntrakt als bereits entkernte Gebäudehülle mit einem rezenten Dach und mannshohe Bruchsteinmauerreste der ehemaligen Wirtschaftsgebäude vorhanden.
Aufgabe war es, eine "Kulturstube" und ein voll funktionelles Wirtshaus so zu integrieren, dass das außergewöhnliche Landschaftsensemble der Ruine Prandegg möglichst wenig beeinträchtigt, aber ein moderner Kultur- und Besucherbetrieb ermöglicht wird.
Die architektonische Gestaltung und sämtliche Planungsdetails wurden in einer Art partizipativem Architekturprojekt unter Begleitung des Landeskonservatorates für Oberösterreich entwickelt und ausgeführt.
Es wurde schnell klar, dass eine solche offene Konzeption des Planungsprozesses zwar viele Debatten, Diskussionen und einen wesentlich längeren Planungszeitraum erfordert, jedoch die Möglichkeit bietet, auf Meinungen und Vorschläge jedes Einzelnen einzugehen und diese gemeinsam zu durchleuchten und abzuwägen.
Nach fast einjährigen durchaus intensiven Debatten wurden diverse Aufstockungsgedanken verworfen und beschlossen, in die Mauerreste des Wirtschaftstraktes einen modernen sehr flachen Stahlbau zu stellen, der sich in der Kubatur stark zurücknimmt und mit seinem Lichtband kaum über die bestehenden Mauerkronen ragt.
Überdeckt wird dieser mit einem experimentellen "überbretterten" Blech-Dach, das durch seine verwitternde Fichtenholz-Oberfläche einen beruhigten Blick von der Ruine auf die Dachansicht des Meierhofes garantiert.
Design-Grundsatz war, möglichst filigranen Stahlbau (in schwarz) mit dem lokal üblichen groben Holz zu kombinieren und historische Bauteile ausschließlich in historischen Bautechniken zu bearbeiten. (Kalkschlämmen, Holzkastenfenster-Rekonstruktionen).
Wie erwähnt wurden alle Details selbst vor Ort entwickelt und auch von den ortsansässigen Handwerkern und dem Ruinenverein selbst gebaut und umgesetzt, wobei dies manchmal zu einer möglicherweise etwas ungewöhnlichen, aber nicht uninteressanten Mischung aus Minimal-Design und ländlicher Stuben-Ästhetik führte. So tragen z. B. die sehr reduzierten Stahllampen der indirekten Wandbeleuchtung bei genauem Hinsehen Schmiedemarken, weil der örtliche Schmied dies als Zeichen für die handwerkliche Verarbeitung einsetzte; in der neuen Mauer der Bar finden sich als Spolien zwei historische Holzbalkenstücke.
Sonst aber wurde sehr genau darauf geachtet, alle neu errichteten Bauteile wie die neue Stahltreppe, die umlaufende Galerie der Kulturstube oder die Nurglas-Scheiben und Türen deutlich als Zeichen unserer Zeit auszuführen und damit in Kontrast zu den rekonstruierten historischen Bauteilen zu stellen, wobei manche Detail-Lösungen sogar als durchaus experimentell betrachtet werden können. So wurde eine mannshohe Glasscheibe ohne jegliche Befestigungsmittel in einen historischen Türstock eingebaut, die Fensternischen mit einer indirekten Beleuchtung im Fensterbrett versehen, Trittstufen nur auf zarte Flachstahlbänder geschraubt usw.
Sollte also bei schönem Herbstwetter ein Ausflug ins Mühlviertel geplant sein, so sei dem Wanderer die Burgruine Prandegg nahe gelegt, insbesondere da auch die umgebende Landschaft der Leader-Region „Mühlviertler Alm“ einen außergewöhnlich reizvollen Sparziergang garantiert.
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