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Hofrat DI Dr. techn. Friedrich Bouvier im Ruhestand
Landeskonservator für Steiermark 1989-2007


Wir wünschen HR Bouvier eine wunderschöne Zeit in seinem Ruhestand.

Sender in Dobl.

Die Grazer Herz-Jesu-Kirche.

Dampflok 671.

Die Basilika von Mariazell.

Ein wichtiger Teil der Grazer Stadtkrone: das Mausoleum.

Der Landeskonservator gab vielen Künstlerinnen und Künstlern Gelegenheit für Ausstellungen und Konzerte im Foyer des Denkmalamtes.
Die steirische Denkmalpflege wurde in den letzten beiden Jahrzehnten wesentlich vom Engagement und der fachlichen Kompetenz eines Mannes geprägt, der Ende November seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten hat.
Friedrich Bouvier hat sich damit zwar aus der aktiven Laufbahn als Landeskonservator der Steiermark zurückgezogen, doch ist zu hoffen, dass er der Denkmalpflege verbunden bleibt, seine profunde denkmalpflegerische Erfahrung weitergibt und so manche Pretiose der steirischen Denkmalpflege publizistisch aufarbeitet. Geboren 1943 in Graz, hat Fritz Bouvier in der steirischen Landeshauptstadt nach dem Schulabschluss Architektur studiert und 1971 den akademischen Grad eines Diplomingenieurs erworben. Seine schon damals manifeste Begeisterung für Kunst und historische Architektur hat ihn die Stelle eines Universitätsassistenten am Institut für Kunstgeschichte an der Technischen Universität annehmen lassen und ihn zu einer Dissertation über „das städtebauliche Ensemble am Beispiel der Grazer Platzfolge“ geführt. Diese schloss er 1977 mit dem Doktorgrad ab. Schon 1979 wurde er Mitglied der Grazer Altstadtkommission, damals noch als Vertreter der Universität, der er als Landeskonservator für die Steiermark bis in jüngste Zeit angehört hat.
Bei all dem ging es ihm nie nur um theoretische, sondern auch um praktische Beschäftigung mit Altbauten und Denkmalen.
So hatte er schon 1974 die Bauleitung der Aussenrestaurierung der Grazer Herz-Jesu-Kirche übernommen. Eines von vielen Beispielen, in denen er Theorie mit Praxis verband. Die dabei gewonnenen Kenntnisse waren wohl auch die Basis für seinen weiteren Weg in das Bundesdenkmalamt, in dem er vorerst als freier, ab 1985 als fest angestellter Mitarbeiter tätig war. Seine fachlichen Kompetenzen ebneten ihm dann relativ rasch den Weg zum Landeskonservator für Steiermark, eine Funktion, die er ab Ende 1989 mit vollem Einsatz während der folgenden achtzehn Jahre erfüllte.
Initiativ und dynamisch entwickelte er nicht nur langfristige Zielvorstellungen, die er mit seinem Mitarbeiterteam verfolgte und in großen Bereichen erfüllen konnte, sondern verwirklichte erfolgreich auch eine ganze Reihe konkreter Denkmalpflege-Projekte in der ganzen Bandbreite des Denkmalbestandes von hochwertigen Konservierungen und Restaurierungen über Sanierungen bis zu Umgestaltungen, die die Gegenwart erfordert hat. Sensibel im Umgang mit den Objekten selbst, taktisch klug und geschickt im Umgang mit Eigentümern, in der Zusammenarbeit mit anderen Behörden und fachlichen Einrichtungen sowie den zentralen Abteilungen des Bundesdenkmalamtes, zog er zielstrebig und klar seine Linie und ließ sich davon durch keine Irritationen ablenken. Besonderes Anliegen dabei war ihm die Etablierung der Bauforschung als solide Basis im Umgang mit dem Altbestand. Die Restaurierung der Basilika in Mariazell, die umfassenden Restaurierungs- und Adaptierungsmaßnahmen im Grazer Franziskanerkloster, im Zisterzienserstift Rein oder im Stift Admont gehören als pars pro toto ebenso erwähnt wie die Restaurierung der Grazer Herz-Jesu-Kirche, des Domes oder des Mausoleums in Graz, im profanen Bereich etwa die Restaurierungen auf Burg Strechau, des Landhauses und des Eisernen Hauses als Teil des neuen Kunsthauses in Graz oder die buchstäbliche Rettung des Bades „zur Sonne“, des heute wieder als solchen genutzten Senders Dobl oder jüngst der bemerkenswerten Holzarchitektur der Messehalle 11, deren architektonische und bautechnische Qualität jahrzehntelang hinter formlosen Vertäfelungen verborgen geblieben war.
Friedrich Bouvier engagierte sich aber nicht nur in der Denkmalpflege selbst, sondern nahm sich auch verdienstvoll des Weltkulturerbes der Grazer Altstadt an und spielte als opinionleader eine nicht unwesentliche Rolle im öffentlichen Diskurs. Seine Fähigkeit, denkmalpflegerische Inhalte zu kommunizieren, stellte er auch als langjährig Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Graz unter Beweis. Viele ArchitekturabsolventInnen erinnern sich noch Jahre nach ihrem Studium an die lebendigen, praxisbezogenen und damit nachhaltig im Verständnis wirkenden Lehrveranstaltungen und deren Einfluss auf ihre jeweilige Entwicklung. Auch im internationalen Expertenkreis genießt er hohes Ansehen, seine Aktivitäten für ICOMOS und CIPA stehen dafür. Besonderes Interesse legte er hier letztlich auf Kontakte zu den ehemaligen Oststaaten, mit deren Denkmalpflegern er teilweise in enger Verbindung stand.
Mit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben geht eine erfolgreiche Ära der steirischen Denkmalpflege zu Ende, doch die von Friedrich Bouvier gesäten Früchte lassen auf eine erfolgreiche denkmalpflegerische Zukunft in der Steiermark hoffen.
Dr. Christian Brugger
Letzter Arbeitstag
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