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„Wer die Bahn will, muss auch den Rauch in Kauf nehmen…
… Höher als das Interesse der Hausbesitzer im Stadtteil und der dort wohnenden Pensionisten steht uns das Interesse der Stadt und ihrer Geschäftswelt.“ Als 1909 die Bahn Krems – Grein feierlich eröffnet wurde, war dies ein regional bedeutendes Ereignis.
Selbst den Bau einer in der Gegenwart besonders geschätzten Bahnlinie begleiteten Proteste gegen Trassenführung, Lärm und Rauch der Lokomotiven und gestalteten ihre Errichtung nicht gänzlich friktionsfrei. Die Sonderausstellung im Schifffahrtsmuseum Spitz beleuchtet die Entstehungsgeschichte der Wachaubahn anlässlich ihres 100. Geburtstages aus den verschiedensten Blickwinkeln. Jene Aspekte, die die Wachaubahn heute als so besonders auszeichnen, waren zu ihrer Erbauungszeit nicht selbstverständlich. Die erstmalige Rücksichtnahme der Planer auf Landschaft, historische Ortskerne und auf die Anliegen der Anrainer zeichnen dieses Projekt heute noch aus. Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, Ehrenmitglied der k.k. Zentralkommission für Kunst und Denkmalpflege setzte den Architekten und Maler Rudolf Pichler als seinen persönlichen Beauftragten bei allen Verhandlungen ein. Dem Einfluss Pichlers ist es zu verdanken, dass Orte wie Stein, Dürnstein, St. Michael, Persenbeug unberührt blieben. Die Bahn wurde landseitig um sie herumgeführt, teilweise in Tunnels.
1906 wurde bei der internationalen Verkehrsausstellung in Mailand neben der Mariazellerbahn auch die Donauuferbahn als Pionierleistung der österreichischen Ingenieurskunst gezeigt.
Kaum jemand kann heute noch nachvollziehen, dass die sich malerisch in die Natur- und Kulturlandschaft der Wachau einfügende Bahn, für die Orte am linken Donauufer zwischen Krems und Grein auch einen enormen Umbruch und wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Der in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkeimende Sommerfrische – Tourismus wandelte mit der leichteren Erreichbarkeit per Bahn einfache Gasthöfe aus der Zeit der Holzschifffahrt in zeitgemäße Hotels, und es entstanden komfortable Villen für Sommerfrischler. Die Bahnhöfe der Wachaubahn bilden heute noch landmarks in der Kulturlandschaft und zeichnen das architektonische Weichbild der Wachau aus.
Programm am Tag des Denkmals: Dauerausstellung: Historische Donauschifffahrt
Sonderausstellung 2009: 100 Jahre Wachaubahn Landschaft-Menschen-Technik
Führung: 10 Uhr (ca. 60 min)
Treffpunkt: Schifffahrtsmuseum
Anmeldung: Schifffahrtsmuseum 02713/2246
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