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Donnersdorf, „Julius-Meinl-Mühle“
Führungen durch die Anlage um 11.00, 14.00 und 16.00 Uhr mit Mag. Heimo Ecker-Eckhofen, Tel. 0699/17890123, Buffet mit Bio-Produkten. Direkte Lage am Fahrradweg R2 (zwischen Fluttendorf und Donnersdorf); mit dem Auto am Ortsende von Fluttendorf rechts abbiegen.
8492 Halbenrain, Donnersdorf 28
Bei der von Julius Meinl II. 1924 erworbenen Anlage handelt es sich um eine in ihrer Geschlossenheit seltene und überaus gut erhaltene, repräsentative Mühlenanlage des 19. Jhs. Die weitläufige Anlage besteht aus einem Mühlengebäude aus dem 19. Jahrhundert, einem Kraftwerk samt Wehranlage, einer Säge mit jeweils intakter historischer technischer Ausstattung, dem Wohnhaus sowie mehreren Wirtschaftsgebäuden, die zueinander eine Hofsituation bilden. Das Kraftwerk war bis 1970 in Betrieb.
Der breit gelagerte Baukörper des Mühlengebäudes mit Satteldach ist durch einen mittigen, dreiachsigen Quertrakt akzentuiert, der eine Durchfahrt beinhaltet. Der Bau weist mehrere Geschossebenen auf, die an der Rückseite und an den Giebelfronten auch außen ablesbar sind. Die Hauptfront zeigt eine repräsentative Gestaltung. Die Ausstattung der Mühle ist nicht mehr vorhanden. Im rechten Winkel an die Mühle anschließend und den Bach überspannend liegt das Kraftwerk, das aus zwei Bauteilen besteht. Es gliedert sich in den ebenerdigen flachgedeckten Maschinentrakt mit noch vorhandener maschineller Ausstattung (Kraftübertragung von der vertikalen Turbinenachse auf die waagrechte Transmission zum Generator über einen Kegelradantrieb mit hölzernen Zähnen, sowie über Riemenscheiben und einen Lederriemen.) und den höheren Umspanntrakt mit Schopfwalmdach.
Die im Vorfeld dieser Objekte befindliche Wehranlage wird von einer Stahlbetonrahmenkonstruktion überfangen. Von hier führt der Mühlbach zu dem unterhalb des Maschinentraktes situierten Turbinenbereich. Die Tragkonstruktion des Kraftwerks ist aus Stahlbeton und Massivmauerwerk hergestellt.
Im Anschluss hat sich eine Säge erhalten. Das längseckige Objekt besteht aus einem gemauerten Sockelbereich, darüber Holzstützen die den hölzernen Satteldachstuhl mit Ziegeldeckung tragen.
Die ungewöhnliche Vollständigkeit der Anlage, bestehend aus Betriebsobjekten – Mühlengebäude, Kraftwerk, Säge – sowie Wohn- und Wirtschaftsgebäuden macht sie zu einem seltenen Vertreter dieses für die Nahrungsmittelversorgung wichtigen Gewerbes. Die repräsentative Gestaltungsweise verweist auf den sozialen und wirtschaftlichen Stellenwert dieses Industriezweigs im 19. Jahrhundert im Allgemeinen und dieser Anlage im Besonderen. Das Mühlenwesen gehört zusammen mit Bergbau und Metallverarbeitung zu den ältesten Wirtschaftszweigen der Menschheitsgeschichte. Die zahlreichen Mühlen besaßen einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert und waren markantes Kennzeichen der Wirtschaftsstruktur dieses Raumes. Durch die zunehmende Industrialisierung reduzierte sich die Zahl solcher Mühlen sehr rasch. Die Mühle samt Wohnhaus und Wirtschaftsgebäuden ist daher als bauliches Zeugnis der Weiterentwicklung der Müllerei im 19. Jahrhundert ein seltenes Beispiel für den Kunstmühlenbau dieser Zeit in der Steiermark, das Kraftwerk mit seiner maschinellen Ausstattung ist als Dokument der Industrialisierung von besonderer technik- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung.
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