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Frastanz - Brauerei und Sudhaus
9.00 bis 12.00 Uhr Besichtigung mit Umtrunk
6820 Frastanz, Bahnhofstraße 22
Um 1900 existierten in vielen Vorarlberger Orten Kleinbrauereien. Aus wirtschaftlichen Gründen schlossen sich 1902 fünfunddreißig Gastwirte aus Vorarlberg und Liechtenstein zu einer Brauereigenossenschaft zusammen. Sie hatten 140.000 Kronen Startkapital zusammengebracht. Der Wirt des Frastanzer Gasthofes Sonne, Martin Reisch, wurde zum ersten Obmann gewählt. Als Standort der Genossenschaftsbrauerei erwog man zuerst Götzis oder Feldkirch, wählte dann aber aufgrund der günstigen Verkehrsbedingungen die Nähe des Bahnhofes von Frastanz. Schon 1903 wurde bei den zuständigen Behörden der selbständige Betrieb im Brauhaus in der Au gemeldet. Ursprünglich mussten sich die Wirte das Bier bei der Brauerei selbst abholen, erst 1908 wurde ein LKW angeschafft. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Bierausstoß von 3900hl auf 7000hl gesteigert, während des Krieges musste wegen des Rohstoffmangels der Betrieb zeitweise eingestellt werden. Um 1930 wurde dann der Gärkeller vergrößert und ein neuer Lagerkeller sowie das Verwaltungsgebäude gebaut. Der Absatz stieg und wurde auf Tirol ausgeweitet. Auch der zweite Weltkrieg brachte wieder einen Einbruch im Aufwärtstrend. Aber schon 1975 betrug der Bierausstoß 40.500hl und 1996 hatten in der Brauerei 50 Menschen Arbeit.
Das auffälligste Gebäude der Brauereianlage von 1902 stellt das Sudhaus dar, das – wie zu dieser Zeit bei Brauereibauten allgemein üblich – besonders repräsentativ gestaltet wurde. Es wurde vom Feldkircher Baumeister Christian Zangerle errichtet. Der Backsteinbau hat Sprossenfenster mit Rundbogenabschluß. Das Gebäudeinnere wird vom Sudhaus mit dem großen kupfernen Sudkessel dominiert. Das Sudhaus der Brauerei Frastanz ist das besterhaltene Beispiel einer Brauerei der Jahrhundertwende in Vorarlberg, welches mit seiner zweifärbigen Sichtziegelfassade auch einen hier selten anzutreffenden Typus der Gestaltung eines Industriebaues dieser Zeit darstellt.
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