Themen
Rohrmoos-Obertal, Nickelmuseum und Schaubergwerk

In die Ruine des Nickelschmelzofens wurde ein Glasprisma als begehbare Vitrine eingebaut und eine Ausstellung untergebracht.

© TVB-Schladming-Rohrmoos www.schladming.at
Der europaweit einzigartige Nickelschmelzofen des 18./19. Jahrhunderts wurde zu einem Nickelmuseum adaptiert. Im nahe gelegenen Schaubergwerk gibt es die Möglichkeit zu aufregenden Stollenführungen mit erfahrenen Höhlenführern. 9-18.00 Uhr (Museum nach Bedarf 1 Stunde); 9.30, 12.30 und 15.00 Uhr Stollenführungen (3 Stunden, festes Schuhwerk nötig!), Erlebniswelt Rohrmoos, Rohrmooserstraße 215, 17.00 Uhr Knappenfest, TV –Schladming-Rohrmoos, Gottfried Stocker 03687 22777
Schladming widmet sich den Spuren seiner montanistischen Vergangenheit und eröffnete 2004 das Nickelmuseum in der Hopfriesen in Schladming-Rohrmoos. Die spätmittelalterliche Grubenanlage mit der einzigartigen Ruine des 19. Jahrhunderts eines Nickelschmelzofens im Ostalpenraum erzählt gemeinsam mit dem Stollenlehrpfad Bergbaugeschichte. Der Nickelabbau in den Schladminger Tauern begann 1832 unter Johann Ritter von Gersdorff und endete 1876. Nickel fand besonders in der Stahlindustrie und der Galvanik Verwendung. Die Nickelerze aus den Revieren Zinkwand und Vöttern gelangten zu dieser Schmelzanlage Hopfriesen im Obertal, in der von 1840-47 die Nickelrohspeise geschmolzen wurde. Wenig später wurde eine technisch verbesserte Hütte in Mandling errichtet, der Schmelzofen in Hopfriesen verfiel. 1994 machte man sich an das Projekt zur Erhaltung dieser montanhistorischen bedeutenden Anlage. Bei der aus unverputztem Bruchsteinmauerwerk bestehenden Bergbauruine waren die Giebel- und Seitenmauern bis zur ursprünglichene Höhe im Wesentlichen vorhanden. Der Schmelzofen selbst war durch herabgestürztes Mauerwerk beinahe gänzlich verschüttet. Zwischendecken, Böden und der Dachstuhl samt Deckung fehlten. Zunächst wurden der Bewuchs und der Bauschutt im Inneren entfernt, lockere Steinteile fixiert und das Gebäude schließlich durch schlichte aber doch auffallende Architektur mit viel Glas und Stahl kontrastreich "in Szene gesetzt". Als Schauraum wurde in die Ruine das Glasprisma eingeschoben, das als Tragwerk außen liegende Edelstahlrahmen hat. Die Stabilisierungselemente für die Ruinenmauern sind auch aus Edelstahl. Der Nickel Schmelzofen ist daher im Rahmen dieses Museumsgebäudes als begehbare Vitrine inmitten der Landschaft konzipiert. Die Ausstellung „Geröstete Steine und gestochene Speise“ gibt ein Bild über die Verarbeitung und Verwendung des Metalls Nickels. Im nahe gelegenen Schaubergwerk gibt es die Möglichkeiten ausgedehnter Stollenführungen, bei denen die damaligen Abbaumethoden gezeigt werden, wie Feuersetzen, Meißel- und Sprengarbeiten.
weitere Infos zum Nickelmuseum
Druckversion

