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Ybbsitz, Eyblhammer

© Roland Ferrigato

© Roland Ferrigato

© Roland Ferrigato

Wenn auch nicht urkundlich belegbar, ist der erste Betrieb an der Stelle des heutigen seit 1978 denkmalgeschützten Hammerwerks bereits im 15. Jhdt. zu vermuten. Verschiedenste Besitzer wechselten einander ab. Obwohl dem Niedergang der Kleineisenindustrie noch relativ lange getrotzt wurde, muss 1975 der gewerbliche Betrieb der Schaufelschmiede endgültig eingestellt werden.
Still war es geworden um die Hammerherren in der Eisenwurzen. Über Jahrhunderte brachten sie Macht und Reichtum ins Land. Doch was sie mit dem Fortschritt, der Industrialisierung als Erbe hinterließen, wussten die Generationen danach nur wenig zu schätzen. Erst Ende des vorigen Jahrtausends haben Aktivisten und Visionäre den Wert ihrer Wurzeln erkannt und eingemahnt. Mit der Gründung des Vereines NÖ Eisenstraße 1990 sahen die Gemeinden im südwestlichen NÖ die große Chance, wesentliche und neue Impulse im Bereich des Tourismus zu setzen – fundiert auf der historischen Vergangenheit und Tradition sowie der idyllischen und intakten Kulturlandschaft.

1999 erwirbt Sepp Eybl das Hammerwerk und restauriert die Schmiede in mühevoller dreijähriger Arbeit mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes und der Kulturabteilung des Landes NÖ. Somit bleibt ein vom Verfall bedrohtes montanhistorisches Kleinod der Nachwelt erhalten. Sämtliche Schmiedemaschinen und Werkzeuge wurden wieder instand gesetzt und sind funktionstüchtig. Einzigartig sind zwei sogenannte „Schwanzhämmer“ – die ersten Schmiedemaschinen überhaupt, die sich der Mensch erdacht hat.

Kein weiteres lebloses Museum sollte entstehen. Die historische Schaufelschmiede wird seit 2003 als „offenes“ Atelier des Besitzers und freischaffenden Metallkünstler Sepp Eybl genutzt. In enger Kooperation mit der Gemeinde Ybbsitz und dem Kulturpark Eisenstraße-Ötscherland wird das einmalige Ensemble auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gruppenreisende können Schmiedevorführungen buchen, Metallgestalter und Künstler aus ganz Europa erweitern im europäischen Schmiedezentrum Ybbsitz und im speziellen im Hammerwerk Eybl bei Spezialkursen ihr Wissen. Identitätsstiftend wird Schülern der Region im Werkunterricht die Grundbegriffe des Schmiedens, des Verformens von Eisen und Metall nahegebracht. Das außergewöhnliche historische Ambiente wird verstärkt als Eventlocation für feurige, spannende und außergewöhnlich herausragende Feste für Bewohner und Gäste der Region genutzt. Öffentliche kulturelle Veranstaltungen wie z.B. Jazzkonzerte, Lesungen etc. sind gern und gut besucht. In enger Kooperation mit den touristischen Betrieben werden spezielle und individuelle Packages für Gäste aus aller Welt geschnürt.

Das Hammerwerk Eybl wird damit zu einem „Echoraum“, wo historisches Ambiente und Gegenwartskunst sowie der Dialog Hammerherr und Besucher harmonisch und authentisch aufeinander treffen. Die Eisen glühen noch im Hammerwerk Eybl!

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