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Schloss Hof – Ein barockes Wasserkunstwerk
Die Gesamtanlage von Schloss Hof – ein durch Prinz Eugen 1726-28 geschaffenes Ensemble aus Architektur-, Garten- und Wasserkunst – ist nicht nur kunsthistorisch, sondern auch auf dem Gebiet barocker Wassertechnik außergewöhnlich: Das für die Bassins und Springbrunnen im Schlossgarten benötigte Wasser beförderte man aus den Groißenbrunner Teichen mittels eines eigens dafür konstruierten hölzernen Schöpfwerks in ein Wasserreservoir mit über 13.000 Kubik-meter Inhalt, die sog. „Wassermachine“. Von hier aus floss das Wasser, alleine durch das Gefälle unter Hochdruck gebracht, in einer Rohrleitung zu drei etwa zwei Kilometer entfernten „Pippen-häusern“ westlich der Schlossanlage. Von dort aus wurden mit Schiebern und Wechseln die Bas-sins und Fontänen angespeist, die auf sieben künstliche Terrassen verteilt waren. Der vor dem Schloss liegende Neptunbrunnen war der Auftakt der Wasserspiele, gleichzeitig auch ein Will-komm für Gäste. Danach folgten der so genannte Najadenbrunnen und die Brunnengrotte mit den Statuen des Danubius und der March. Als Höhepunkt galt die Große Kaskade mit der darin befindlichen Figur des Apolls, den Abschluss bildete das Große Bassin mit einer Wasser spei-enden Tritonengruppe. Vor dem Areal Meierhof wurde zentral das Spiegelbecken angelegt. Ende des 18. Jahrhunderts verfiel das Schöpfwerk, die Pflege der einzelnen Brunnen und Bassins wur-de eingestellt. Man baute die meisten Skulpturen ab und schüttete die größeren Becken zu. 1903 schrieb einer der Chronisten Schlosshofs, Oberstleutnant Haller:
„Erst unseren Tagen war es vorbehalten, dem altehrwürdigen Parke mit theilweiser Benützung der aufgefundenen Eugen´schen Trinkwasserleitung wieder Wasser zuzuführen.“
Das im Vergleich zum 18. Jahrhundert vermeintlich engagierte Projekt begann 1898, erschöpfte sich allerdings in der Herstellung der nötigen Wasserversorgung für das nunmehr in Schloss Hof stationierte Reit- und Fahrlehrerinstitut der k.u.k. Kavallerie. Die authentische Wiederherstellung des barocken Wasserkunstensembles fand die entsprechende Beachtung erst im Zuge der seit 2002 stattfindenden Generalsanierung von Schloss und dazu gehöriger Gartenanlage – unter Verwendung modernster Technik. Der Neptunbrunnen samt Fontänen ist, basierend auf histori-schen Plänen, Inventaren, Gemälden und Originalvorlagen, mittlerweile weitgehend rekonstruiert, Teile der zentralen Skulptur des Neptun sind bis jetzt noch nicht wieder aufgefunden worden. Das Spiegelbecken vor dem Meierhof ist bereits fertig gestellt, der so genannte Najadenbrunnen und die Brunnengrotte werden soeben restauriert. Die zentrale Figur des Apolls auf der Großen Kaskade wurde bereits in der Vergangenheit wieder an die ursprüngliche Stelle versetzt.
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