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Dornbirn - Eisenklänge am MüllerbachVorarlbergs Industriemetropole präsentiert einige Highlights

Dampfmaschine vor der Restaurierung

Dampfmaschine vor der Restaurierung

...viele Stunden freiwilliger Arbeit für die alte Dampfmaschine

...viele Stunden freiwilliger Arbeit für die alte Dampfmaschine

Dampfmaschine nach Restaureirung mit neuer Einhausung

Dampfmaschine nach Restaurierung mit neuer Einhausung

Luftfederhammer bei den Rüschwerken

Luftfederhammer bei den Rüschwerken ©Harald Rhomberg

Francisturbine bei den Rüschwerken (1906)

Francisturbine bei den Rüschwerken (1906) ©Harald Rhomberg

Woolf´sche Balanciermaschine, Luftfederhammer, Francisturbine und Schauschmieden im Schmelzhütterareal
Am 17. Sept. Vorführungen um 14, 16 und 18h

Die Woolf´sche Balanciermaschine aus dem Jahre 1858 wurde von der Firma Kuhn in Berg bei Stuttgart produziert. Sie gehörte ursprünglich zur Rohweberei des Firmengründers Franz Martin Rhomberg. Rhomberg hatte 1853 eine Säge und Mühle mit Wasserkraft in Dornbirn/Schmelzhütten erworben, die er in eine Rohweberei mit 170 Webstühlen umbaute. Da die Wasserkraft für die Weberei nicht ausreichte, wenn die Dornbirner Ache Niederwasser führte, wurden 1858 ein Dampfkessel und eine Dampfmaschine aufgestellt. Durch die Umstellung von Wasserkraft auf Dampfbetrieb wurde in der Geschichte der Firma ein wichtiger neuer Abschnitt eingeleitet. Die Dampfmaschine leistete 12-36 PS und war bis 1921 in Betrieb und vor allem für energieaufwändige Arbeiten, wie Weben, geeignet. Die Bedeutung dieses Objektes reicht über eine lokal-wirtschaftshistorische weit hinaus. Dampfmaschinen dieser Art wurden vor allem wegen ihrer hohen Leistung bei besonders gleichmäßigem Lauf zum Antrieb von Textilmaschinen eingesetzt. Gegen Ende der 1850er Jahre wurden die Balancier-Dampfmaschinen dann von liegenden Maschinen abgelöst, die bei gleicher Leistung eine kompaktere Bauart aufweisen.
Besonders hervorzuheben sind die vielen Stunden freiwilliger Arbeit des VTV (Vorarlberger Technischer Verein) , 20.000 Euro aus der eigenen Tasche, dazu über 80.000 Euro an - selbst akquirierten - Sponsorengeldern: All dies investierten Adolf Gstöhl, Walter Bröll und Wolfgang Hamida in die Restaurierung einer technischen Kostbarkeit, die seit September 2005 auf dem Areal der Fa. Zumtobel präsentiert wird.

Im Jahre 1908 wurde der Lufthammer, Patent Bêche, hergestellt im Huberwerk in Steyr, in Betrieb genommen. Mit diesem Hammer wurden im Betrieb der "Rüsch-Werke" in Dornbirn Turbinenschaufeln, Kurbelwellen, Pleuelstangen für Pumpen und ab den 1950er Jahren Schlagspindeln für Webstühle geschmiedet. Die Werkstücke bestanden aus hochwertigem Stahl und mussten vorsichtig auf die Schmiedetemperatur von 1000 Grad Celsius erhitzt werden. Der Lufthammer wird durch einen Elektromotor über eine Transmission mit Riemen angetrieben. Sobald der Riemen auf die Antriebsscheibe wechselt, bewegt die Kurbelwelle eine Pleuelstange, die über einen Kipparm den Pumpenkolben hebt und senkt. Wie weit sich der Kolben hebt (Hub), regelt eine Lochscheibe (oben links). Luft wird durch einen Luftfilter (oben rechts) über den sogenannten Hahn in einen Zylinder angesaugt. Die Schwungscheibe komprimiert die Luft so stark, dass der "Bär" - der eigentliche Hammer - mit großer Wucht auf das Schmiedestück aufschlägt. Nach jedem Schlag öffnet sich im Hahn ein Ventil und der entstehende Unterdruck im Zylinder zieht den Bär wieder hoch. Der ehemalige Lehrlingsausbilder Roman Amann hat den Lufthammer in den Jahren 2002 - 2003 ehrenamtlich generalüberholt.

Die hier wieder an ihrem Ursprungsort aufgestellte Francis-Turbine (doppelflutige Spiralturbine) wurde von der Firma "Rüsch-Ganahl AG" 1906 produziert. Sie war Teil eines Satzes mit drei Turbinen von insgesamt 340 PS im Elektrizitätskraftwerk Egg/Bregenzerwald, das 1908 in Betrieb ging. 1912 wurde die Anlage mit weiteren Rüsch-Turbinen auf 680 PS Leistung aufgestockt. Das Kraftwerk Egg wurde 1972 von den VKW übernommen, ehe es 1992 stillgelegt wurde.  Weitere technische Daten sind: Fallhöhe: 16 m, Leistung: 125 kW, Spannung: 5300 V!

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