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Sonderführung Hofmobiliendepot

1747 gründete Kaiserin Maria Theresia das Hofmobiliendepot. Heute ist es eines der weltweit größten Museen für Wohnkultur. Die Habsburger statteten ihre Residenzen und Schlösser entsprechend dem Stil der Zeit und ihren eigenen ästhetischen Vorlieben aus. Was nicht mehr gebraucht wurde, wanderte ins Depot.

Fast 160.000 Objekte füllen heute die Lager. Ausgestellt sind vom Leibstuhl bis zum Kaiserthron eine Vielzahl an Originalmöbeln der Habsburger.

Zugleich bietet das Museum einen Überblick über die Geschichte der Wiener Möbelkunst und Innenausstattung: Von den kaiserlichen Hoflieferanten bis hin zu den berühmten Künstlern des beginnenden 20. Jahrhunderts wie Adolf Loos, Otto Wagner und Josef Hoffmann sind alle Persönlichkeiten vertreten, die die (Wohn-)Architektur Wiens geprägt haben. Auch österreichische Möbeldesigner und Architekten des 20. Jahrhunderts sind im Museum vertreten.

Anlässlich des Staatsvertragsjubiläums präsentiert das Hofmobiliendepot Wiener Möbeldesign der 50er Jahre im internationalen Kontext. Den Auftakt bilden jene historischen Möbel, auf denen am 15. Mai 1955 der Staatsvertrag im Schloss Belvedere unterzeichnet wurde. Fotografien ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen und dokumentieren die Vorbereitungsarbeiten der Bundesmobilienverwaltung für diesen historischen Moment der österreichischen Geschichte.

In Wien waren nach 1945 zwei Generationen tätig: zum einen jene Entwerfer, die wie Oswald Haerdtl in der Tradition der Zwischenkriegszeit verwurzelt waren, und zum anderen junge Architekten wie Roland Rainer, die sich neuen Impulsen öffneten. Bedeutende Österreicher wie Josef Frank und Ernst Plischke waren emigriert und wirkten nun im Ausland. Wiederaufbau und Neuorientierung standen nebeneinander. Parlament und Staatsoper wurden restauriert und neu ausgestaltet. Das Büro von Bundeskanzler Leopold Figl wurde neu möbliert. Zu dieser Zeit kam auch das Espresso in Mode – Oswald Haerdtls Arabia Espresso am Kohlmarkt wurde zur Legende.

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