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Sonderführung Prater
Seit dem 12. Jahrhundert diente das Gebiet des Praters als landesfürstliches Jagdrevier, das erst Kaiser Josef II. 1766 für die allgemeine Nutzung freigab. In kürzester Zeit entstanden Gasthäuser, Hutschen und Ringelspiele, 1854 wurden bereits 82 Hütten verzeichnet, 1873 waren es bereits 187.
Der Ruhm des Praters wurde bald sprichwörtlich, er taucht bei Stifter und Goethes Faust auf. Mit der Weltausstellung 1873 und dem Einführen der Elektrizität errichtete man zahlreiche technisch innovative Attraktionen und populäre Forschungsinstitutionen, die sich zum Teil bis heute erhalten haben.
Hauptanziehungspunkt und Wahrzeichen des Praters ist das 1897 errichtete Riesenrad, das heute als weltweit einziges seiner Art noch besteht. Mit einem Gewicht von 430 Tonnen erreicht es einen Durchmesser von 61 Metern.
Eine Zäsur bildeten für den Wiener Wurstelprater die Jahre 1944 und 1945, als Bombenangriffe, sowjetische Tiefflieger und zuletzt Plünderungen und gelegte Brände fast alle Praterbuden zerstörten. Nur die Eisenkonstruktion des Riesenrads, dessen 30 Waggons ebenfalls ein Raub der Flammen geworden waren, ragte einsam aus dem Trümmerfeld. Bereits am 6. 11. 1945 wurde der Wiederaufbau beschlossen. Zu Beginn hatte das Riesenrad nur vier Waggons, die von der Bevölkerung mit den vier Besatzungsmächten assoziiert wurden, die sich ebenfalls möglichst bald wieder „drahn“ sollten.
So speziell wie der Prater selbst ist auch das im Gebäude des Planetariums befindliche Pratermuseum. Eindrucksvoll zeigt es die historischen Veränderungen der Wiener Unterhaltungskultur von der Öffnung des Praters durch Joseph II. bis zur jüngsten Vergangenheit. Der Wiederaufbau des Riesenrades von Wien steht u. a. im Mittelpunkt dieser Sonderführung durch das Pratermuseum.
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