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Staatsoper
Kaiser Franz Joseph I. dekretierte im Dezember 1857, die alten Stadtmauern und Befestigungen um die Wiener Innenstadt abzureißen und die Ringstraße als breiten Boulevard mit neuen Prachtbauten für Kunst und Politik anzulegen. Auch die beiden Hoftheater (ein Sprech- und ein Musiktheater) sollten am Ring einen neuen Platz finden.
Das Kaiserlich-königliche Hofoperntheater wurde 1861 bis 1869 an prominenter Stelle im unmittelbaren Bereich des alten Kärntnertortheaters errichtet. Der Entwurf stammt von den Wiener Architekten August von Sicardsburg und Eduard van der Nüll, die den prunkvollen Baukörper sowie die innovative Inneneinrichtung planten.
Die komplex ausladende Anlage wurde außen als offener Neo-Renaissancepalast mit Loggien, Arkaden und Fontänengärten sowie innen als geräumiges Logentheater für über 2300 Besucher konzipiert.
Am 12. März 1945 wurde das Haus durch Bombentreffer und eine nachfolgende Brandka-tastrophe weitgehend zerstört, nur die Ringstraßentrakte blieben erhalten.
Von Mai 1945 bis November 1955 wurde der Wiederaufbau der Wiener Staatsoper unter Leitung der österreichischen Architekten Erich Boltenstern und Otto Prossinger durchgeführt.
Bei den Aufräumarbeiten mussten 160 Waggons Eisenschrott und etwa 720 Waggons Bauschutt fortgeschafft werden. Am Rohbau konnten jedoch 90 Prozent der Steinquader-verkleidung erhalten werden. Die Foyers und das Stiegenhaus mit ihren wertvollen Malereien, Plastiken und Applikationen waren während des Krieges zugemauert, wurden jedoch durch das Feuer beschädigt.
Die Eröffnung mit Beethovens Fidelio unter Karl Böhm wurde vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der ausgerufenen 2. Republik verstanden.
Zur Zeit werden die Fassaden sowie die Reiterstatuen am Dach behutsam restauriert.
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