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Strandbad Gänsehäufel
Das Gänsehäufel entstand durch eine Schotteranhäufung infolge der Donauregulierung.
Der ehemalige Krankenpfleger Florian Berndl erreichte am Ende des 19. Jh. von der Wiener Stadtverwaltung und der Donauregulierungskommission, dass ihm der sog. „Ganshaufen“ zum Züchten von Edelweiden überlassen wurde. Florian Berndl war ein seltsamer Kauz und ein Wiener Original, sein Bild mit nacktem Oberkörper und knielangen Hosen geisterte jahrzehntelang durch die Zeitungen. Mit Freizeiteinrichtungen wie Hütten, Kegelbahnen, Turngeräten, Tischen und Bänken lockte er die Wiener auf die Insel. Den feinen, durch die Sonne aufgeheizten Donausand auf der Insel verwendete er auch für Sandkuren. Nach einigen Skandalen zog sich Berndl auf den Bisamberg zurück und die Stadt Wien übernahm das Bad und offenbar auch die Methode. Der Slogan „Licht, Wasser und Luft“ gilt bis heute als Inbegriff des Gänsehäufels. Bereits 1913 bot das Bad Platz für 7.200 Personen.
Während des 2. Weltkrieges wurden Bauten und Einrichtungen weitgehend durch Bombentreffer zerstört, nicht weniger als 130 Einschlagtrichter zählte man bei Beginn des Wiederaufbaues. Bei einem kurz nach Kriegsende durchgeführten Wettbewerb unter acht Architekten wurde das Projekt von Max Fellerer und Eugen Wörle zur Realisierung vorgeschlagen, da deren Entwurf dem Ziel entsprach, das Bad für Individualisten wieder attraktiv zu machen. Mit einem Aufwand von damals 30 Mio. S entstand zwischen 1948 und 1950 ein „ganz neues Gänsehäufel“.
Der Aucharakter an der Donau, der alte Baumbestand und die Gebäude mit den Badeanlagen bilden eine glückliche Symbiose. Die ausgedehnten Bauten für Kabinen, Kästchen und Versorgung wurden in der Mitte der Insel konzentriert, einzig die Saisonkabinen situierte man in Strandnähe. Statt früher verwendeten Holzes kamen Stahlbeton und Ziegelmauerwerk zum Einsatz. Bei der Ausführung in Sichtbeton legte man größten Wert auf sorgfältig gestaltete architektonische Details. Bereits in den fünfziger Jahren fand sich das Gänsehäufel als hervorragendes österreichisches Werk in einer repräsentativen amerikanischen Architektur-Enzyklopädie.
Heute besitzt das Gänsehäufel eine Kapazität für zirka 30.000 Personen. Neben einer Badefläche von 270.000 Quadratmetern bietet das Bad einen zwei Kilometer langen Strand und ist damit eines der größten Strandbäder Europas.
Ein besonderes Anliegen bei der bis 2004 stattgefundenen umfassenden Instandsetzung bilden funktionelle Verbesserungen zur behindertengerechten Nutzung bei gleichzeitiger Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte. Die Erhaltung bzw. Wiedergewinnung der ästhetischen Qualitäten der Anlage wurde durch eine auf die Erfordernisse der Denkmalpflege hin entwickelte Methode zur Sanierung von Stahlbeton gewährleistet. Die drei Jahre dauernde Generalsanierung machte die baukünstlerische Qualität der Anlage wieder deutlich.
Bauzeit: 1946 - 1950
Architekten: Max Fellerer und Eugen Wörle
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