Zur Navigation springen |Zum Inhalt springen
 
 

Universität Wien

Der Bau des Hauptgebäudes am Ring erfolgte in den Jahren 1873 bis 1883 nach den Plänen des Architekten Heinrich von Ferstel in der Formensprache der Renaissance und in der Monumentalität des Barock.

Bei der Gestaltung des Arkadenhofes schloss sich der Architekt an das Vorbild des Palazzo Farnese in Rom an. Er sollte als campo santo der Erinnerung berühmter Universitätslehrer und als Erholungsraum der studierenden Jugend dienen.

Das ursprüngliche Raumkonzept – alle Universitätseinrichtungen in einem zentralen Gebäude unterzubringen – konnte trotz der Monumentalität des Gesamtkomplexes (161 mal 133 Meter Grundfläche) keineswegs erfüllt werden. Es wurden neben den repräsentativen Räumen des Rektorats, der beiden Festsäle und der zentralen Verwaltung die vier Dekanate sowie die Universitätsbibliothek und zahlreiche Institute und Hörsäle untergebracht.

Im 2. Weltkrieg wurde das Hauptgebäude durch 26 Bombeneinschläge schwer beschädigt. Ein Drittel der Mauern und zwei Drittel der Dächer waren zerstört, am 10. April 1945 zogen sowjetische Truppen ein, um das Gebäude als Verbandsplatz und Pferdestall zu nutzen. Doch schon am 16. April erreichte man die Räumung und am 29. Mai begann der Vorlesungsbetrieb als erste österreichische Unterrichtsanstalt nach dem Krieg.

Die Folgen der nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges waren jedoch noch jahrelang spürbar und erforderten höchste Anstrengungen. Ohne den Arbeitseinsatz von Studenten wäre dies nicht möglich gewesen. Beseitigung von Bombenschutt, der Rücktransport verlagerter Bücher und Laborgeräte, die Wiederherstellung zerstörter Bauteile und nicht zuletzt die Entnazifizierung des Lehrkörpers mussten bewältigt werden.

Von den 1938 Vertriebenen kehrten nur wenige an die Universität zurück; es gab auch kaum Bemühungen, Emigranten nach Wien zurückzuholen. 1951 konnten die Wiederaufbauarbeiten am Hauptgebäude der Wiener Universität abgeschlossen werden.

Erst 2005 wurden die berühmten, bei der Erstausstattung sehr umstrittenen 4 Fakultätsbilder von Gustav Klimt, die 1945 verbrannt sind, anhand historischer Abbildungen rekonstruiert und im Festsaal angebracht.

Bauzeit : 1873 - 1883
Architekt : Heinrich Ferstel
Wiederaufbau: 1945 – 1951


Druckersymbol Druckversion