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KlagenfurtStadtführung zum Thema
„Das Klagenfurter Stadtbild vor und nach 1945. Denkmalverluste und Wiederaufbau in der Kärntner Landeshauptstadt.“ (Alter Platz und Bahnhofstraße)

Klagenfurt Bahnhof 1944

Klagenfurt Bahnhof 1944

Klagenfurt Bahnhof 1953

Klagenfurt Bahnhof 1953 - Verlag F.Schilcher

Neben Villach wurde die Kärntner Landeshauptstadt durch 48 Luftangriffe besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Bei einem Rundgang durch die Altstadt Klagenfurts wird die Problematik von Denkmalpflege und Wiederaufbau verdeutlicht. In Kärnten war das zuständige Landeskonservatorat nicht nur mit der Rettung denkmalgeschützter Bausubstanz, sondern auch mit raumplanerischen und verkehrstechnischen Fragestellungen befasst, sofern sie die Erhaltung des Stadtbildes mit seinen historisch gewachsenen Straßenführungen, Platzbildungen und Häusersilhouetten betrafen. Nicht immer war das denkmalpflegerische Ideal der Erhaltung überkommener Bauhöhen mit dem realpolitischen Erfordernis der Wohnraumbeschaffung in Einklang zu bringen, sodass das seit dem Mittelalter durch unterschiedliche Traufen- und Firsthöhen geprägte Erscheinungsbild der Altstadt durch die Aufstockungen der Nachkriegszeit erhebliche Veränderungen erfuhr.

Dass auch Gebäude mit erheblichen Schadensbildern zu retten waren, beweist die aufwendige Rekonstruktion der Südostecke des Hauses „Zur Goldenen Gans“, das seit dem 15. Jahrhundert die Westseite des Alten Platzes abschließt. In der von Kriegsschäden besonders betroffenen Bahnhofstraße schuf man mit nüchterner Nachkriegsarchitektur Ersatz für zerbombte Repräsentationsbauten aus der Zeit der historistischen Stadterweiterung. Dass kriegsbedingte Beschädigungen mitunter auch als Vorwand für Abbrüche denkmalgeschützter Gebäude und wirtschaftlich lukrative Neuverbauungen dienten, wird am Beispiel der 1958 abgetragenen Priesterhauskapelle mit kunsthistorisch bedeutenden Fresken des Malers Eustachius Gabriel vor Augen geführt. Als bis heute gültiges Zeugnis damaligen künstlerischen Schaffens im öffentlichen Raum werden die 1954-56 von Giselbert Hoke gestalteten und nunmehr restaurierten Bahnhoffresken im 1947-1950 als Ersatz des zerbombten „Südbahnhofes“ errichteten und seit 2002 im Umbau begriffenen Hauptbahnhof vorgestellt.

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