Zur Navigation springen |Zum Inhalt springen
 
 

Schloss Rotenturm an der PinkaWHD 2005: Burgenland

Blick auf die Zerstörungen innen

Schlossfassade

Eine Führung durch ein gefährdetes Denkmal

Um 1830 wurde an der SW-Ecke des Schlossparks das „Kastell“ errichtet, an welches 1862 das vom Budapester Baumeister Antal Weber errichtete historistische Schloss angebaut wurde. Wegen Baufälligkeit 1972 abgetragen, präsentiert sich der ehemalige Erweiterungsbau als singulärer Schlossbau. Das Gebäude beherbergte bis 1929 die wertvollen Sammlungen des kunstsinnigen, gräflichen Paares Julius und Emilie Erdödy geb. Gräfin Széchényi. 1924 vernichtete ein Brand einen Großteil der Einrichtung, einschließlich des Erdödy’schen Familienarchivs und des Geheimarchivs des ungarischen Freiheitshelden Fürst Franz II. Rácóczy. In der Folge kam es zum Niedergang des Herrensitzes, das hochverschuldete Anwesen wurde vom Grafen Nikolaus Széchényi übernommen und die in Rotenturm befindlichen Sammlungen versteigert.

Im Inneren ist das Schloss seit den Zerstörungen der Besatzungszeit weitgehend verwüstet. Nach jahrzehntelangem Verfall konnte 1969 mit der sukzessiven Sicherung des Baubestandes begonnen und durch Übernahme des Gebäudes in Landesbesitz 1971 abgesichert werden. Das Schloss ist ein wuchtiger dreigeschossiger Baublock mit reicher, wirkungsvoller Fassadendekoration der von einem massigen Turm überragt wird. Charakteristisch für das Erscheinungsbild ist der Reichtum der hellen Dekorationselemente auf den rot geputzten Wandflächen, die den romanisch und maurischen Formen sowie der Gotik und der Renaissance entnommen sind. Anfänglich beherbergte der Schlossbau Fresken des Historienmalers Károly Lotz einem Schüler von Karl Rahl. Von der ursprünglichen Einrichtung sind nur mehr Fragmente, wie die Madonnenfigur aus Carrara-Marmor von C. Steinhauser, sowie der Krönungsbetstuhl des letzten ungarischen Königs, die ehemals in der Kapelle aufgestellt waren, und sich nun in der röm. kath. Pfarrkirche von Rotenturm befinden, zu nennen.

Das Schloss ist das bedeutendste Beispiel der frühhistoristischen Monumentalarchitektur im Burgenland.

 

Druckersymbol Druckversion