Themen
Zisterzienserstift Rein
Das Zisterzienserstift Rein (lat.: runa) wurde 1129 durch Markgraf Leopold I. von Steier noch zu Lebzeiten des heiligen Bernhard gegründet.
Da die 37 vor Rein gegründeten Klöster im Lauf der Geschichte aufgelöst worden sind, ist Rein heute das älteste bestehende Zisterzienserkloster auf der Welt. Das Kloster liegt 15 km nordwestlich von Graz in einem Seitental des Murtales bei Gratwein. Heute präsentiert sich das Stift Rein vor allem als typisch österreichisches Barock-Kloster - 1720 begann man mit dem barocken Umbau des östlichen Teiles der Stiftsanlage und ab 1737 mit der Barockisierung der Stiftskirche.
Im Rahmen der jüngsten Restaurierungsarbeiten konnten interessante Funde aus dem Mittelalter freigelegt werden. So wurde im Südtrakt des Alten Konvents ein vermauertes gotisches Tor gefunden, das vermutlich den Zugang zum historischen Refektorium darstellte. Im Neuen Konvent (1629 - 1632) sind Funde aus der Römerzeit bis in die Romanik und Gotik zu verzeichnen, die im Lapidarium präsentiert werdenwie etwa ein romanisches Würfelkapitell, ein Gewändestein der Kreuzkapelle, der sekundär als Baumaterial verwendet war und im Zuge des derzeitigen Umbaues ausgelöst wurde oder eine Ziegelbodenplatte mit eingeprägtem Motiv, das zwei Fische innerhalb eines griechischen Kreuzes darstellt. Zum ersten Mal zu sehen sein wird eine mittelalterliche Latrinenanlage ("necessarium").
Bekannt ist das Stift für seine, heute 90.000 Bände umfassende Stiftsbibliothek mit ihren 300 Inkunabeln und 300 Handschriften, davon 110 aus dem Mittelalter. Auszüge daraus sind in der derzeit stattfindenden Ausstellung "Die mittelalterliche Schreibstube der Reiner Mönche" zu bewundern.
Druckversion



