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/ SALZBURG
Mattsee, Kollegiatstift
Vom Ursprungsbau des urkundlich um 77o gegründeten Stiftes Mattsee (lt. nicht beweisbarer Tradition eine Gründung des Bayernherzogs Tassilo II.) konnten anlässlich der archäologischen Untersuchung im Kirchenraum Reste von frühen Vorgängerbauten (9. und 10./11.Jh.) des heute in der Anlage frühgotischen, dann aber durchgreifend barockisierten Sakralraumes nachgewiesen werden.
Über die dazugehörige Klosteranlage ist bis auf einen schmalen Kreuzgangsarm ohne weiteren Einsatz der Archäologie derzeit keine Aussage zu treffen.
Der heutige Bestand der Stiftsgebäude - unmittelbar nördlich an die Stiftskirche angefügt - stammt aus der umfangreichen Bautätigkeit um 1775 unter Beteiligung des salzburgischen Hofbaumeisters Wolfgang Hagenauer. Der im Ostflügel im ersten Obergeschoss situierte Propsteisaal, der ehem. Speisesaal, mit seiner Stuckdecke mit in Feldern geteilten Akanthus-Motiven, dem Mittelbild "Gastmahl des Herodes" und den Seitenmedaillons "Vier Jahreszeiten" stammt von etwa 1700 und wurde in den letzten Jahren bis 2003 grundlegend restauriert. Dabei wurde in den bisher kahlen Wandflächen die im Zuge der Befundung aufgedeckte Architektur-Felderteilung freigelegt und wiederhergestellt sowie die in Resten nachgewiesenen Blumenranken und -girlanden in den Wandfeldern rekonstruiert, um dem heute vor allem kulturell genutzten Raum seine ehemals vorhandene, künstlerisch gestaltete Einheit wiederzugeben.
Zu den Aufgaben von Stiften und Klöstern zählt auch die Erhaltung und Betreuung dazugehöriger Filialkirchen; hier in Mattsee die beinahe zentral zwischen den drei Trumer-Seen gelegene Filialkirche Zellhof, deren Standort immer wieder als Ursprung von Mattsee (cella-Zelle) angesprochen wurde.
Der Bestand der heutigen Saalkirche von Zellhof geht auf einen romanischen Ursprungsbau zurück, wovon neben der Mauerungsart (Tuffquader mit Fugenstrich) vor allem die romanische Rundapsis sowie einige wenige aufgefundene Reste hochmittelalterlicher Wandmalerei in Rankenmotiven im Inneren zeugen.
Die Innenrestaurierung betraf den urkundlich 1758 von Joseph Fenninger gestalteten Stuck an Wänden und Flachtonne, allerdings im Jahr 1910 stark überarbeitet und ergänzt sowie die durch Josef Gold ebenfalls im Jahr 1910 eingefügten Wand- und Deckenbilder. Der Altar wurde auf seine frühere Substanz rückgeführt, wozu das Entfernen einer Sperrholzplatte hinter der zentralen Mariafigur und damit das Wiederherstellen der ursprünglichen Lichtführung durch das wieder geöffnete, romanische Apsidenfensterchen wesentlich beitrug.
Die Filialkirche Zellhof kann nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten rechtzeitig und gleichzeitig mit dem Europäischen Tag des Denkmalschutzes den Gläubigen und Besuchern wieder zugänglich gemacht werden.
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