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Wels, Minoritenplatz 1, ehemaliges Minoritenkloster
Die 1997 begonnene Instandsetzung und Adaptierung des ehem. Minoritenklosters aus Anlass der OÖ Landesausstellung 2000 bildete eines der größten und interessantesten Denkmalpflegeprojekte in Oberösterreich - sowohl die Restaurierung des historischen Bestandes, als auch die Umgestaltung mit Mitteln der zeitgenössischen Architektur.
Der im unmittelbaren Altstadtkern von Wels zwischen Stadtplatz und Stadtmauer gelegene Gebäudekomplex stellt eine mehrfach gewachsene Anlage dar, die in ihrem Baukern und v.a. im Kirchengebäude auf die Zeit nach der Stiftung des Klosters im Jahre 1280 zurückgeht und in der Barockzeit erweitert sowie überformt wurde. Der überlieferte Zustand war sehr stark vom Schicksal der Baulichkeiten nach Aufhebung des Klosters im Jahre 1784 bestimmt, die verschiedenste Umbauten bis hin zur Unterteilung des Kirchenraumes durch Zwischengeschosse nach sich zog.
Durch die Entfernung dieser jüngeren Bauteile und mittels einer fundierten Bauuntersuchung wurden die mittelalterlichen und barocken Grundstrukturen als Basis der Adaptierungsplanungen aufgegriffen und freigestellt. Nachdem 1997 der Schwerpunkt auf diesen Entkernungen und den entsprechenden statischen Sanierungsmaßnahmen gelegen war, wurden 1998 die Rohbauten für die modernen architektonischen Adaptierungen bzw. die ersten Instandsetzungen der wiedergewonnenen Räume und Bauteile vorgenommen. Zu den neu eingefügten Bauelementen zählt etwa der Foyerbau im Schießerhof, die Überdachung des Kreuzganghofs, die neue freie Treppenanlage in dem wieder geöffneten Zwickel zwischen dem gotischen Chor und dem barocken Klosteranbau oder auch die Stiegenerschließung der wieder aufgefundenen doppelgeschossigen Kapelle an der Südseite der Kirche, welche den Zugang vom Foyer zu Kloster und Kirche aufnimmt.
Dem Bemühen der Bauleitung und der restauratorischen Begleitung ist es zu verdanken, dass zahlreiche baugeschichtlich und kunsthistorisch bedeutende Funde gesichert werden konnten, die den mittelalterlichen Bau dokumentieren und auch weitest möglich in die Gesamtgestaltung integriert werden sollen. Die Bandbreite reicht von gotischen Wandmalereien über mittelalterliche Putzschnittdekorationen bis zum Ansatz des ehemaligen gotischen Lettners im Kirchenschiff.
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