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Stetteldorf - Schloss Juliusburg
Führungen: 14 – 17 Uhr mit Herrn Georg Stradiot, Hofrat DI Karl Neubarth und Frau DI Maria Frieberger
Das Schloss wurde 1588 unter Graf Julius II. zu Hardegg am höchsten Punkt des Wagrams erbaut. Um seinen Vornamen zu verewigen nannte er es „Juliusburg“. Das mächtige Doppeltor durch den Wall wurde 1731 von Lukas von Hildebrandt erbaut. Der Sobieskitrakt mit dem ehemaligen Turm erinnert an den 1683 im Schloss abgehaltenen Kriegsrat, bei dem der Polenkönig Jan Sobieski, Herzog Karl von Lothringen und deutsche Fürsten die Befreiung Wiens und die Abwehr des Türkenheeres erfolgreich planten.
Von 1705 bis 1709 wurde das Schloss durch Johann Jakob Castelli umgebaut. Er errichtete auch das Eingansportal zum zweistöckigen Hauptgebäude. Auf ihm prangt das Hardeggsche Wappen. Die darüber befindlichen zwei Figuren sind aus Zoglsdorfer Kalksandstein. Nach einem schweren Erbeben 1749 musste der dreigeschossige Turm an der Südseite der Juliusburg abgetragen werden. Die 80 ehemals repräsentativen Räume des Schlosses enthielten vor mehreren Jahrzehnten noch wertvolle Schätze. Während der Nachkriegsmonate 1945 ging fast alles davon verloren.
Der Festsaal in der Belletage ist mit einer Stuckdecke und Wandmalereien des Tullner Malers Johann Melchior Thalmann (1787)ausgestattet. Sie zeigen die Besitzungen der Grafen zu Hardegg der Stetteldorfer Linie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie wurden erst 1955 durch einen Zufall entdeckt und freigelegt. Auf dem Wandbild von Wolfpassing hat sich der Künstler selbst bei der Arbeit dargestellt. Von diesem Raum aus genießt man einen herrlichen Ausblick über das Tullnerfeld und markante Punkte Niederösterreichs (Ötscher, Voralpen). Im Saal wurde einst Federball gespielt, die Haken für das Netz an Nord- und Südwand sind heute noch zu sehen. Der türkisfarbene Ofen im Festsaal stammt vermutlich aus dem Biedermeier.
Der kleine Saal neben dem Festsaal mit weißem Rokoko-Ofen zeigt barocken Stuck mit Medaillons, auf welchen antike Götter abgebildet sind. Auch die Fensternischen sind mit Stuck ausgestaltet.
Das „Kleine Schloss“ befindet sich rechts vom äußeren Einfahrtstor als einstöckiges Gebäude. Es trägt an der Vorderseite unter der Grafenkrone die Initialen LH - Luise Hardegg. Im Volksmund wird es Luisenschlössl genannt. Aloisia, geborene Gräfin Althan ließ es 1829 als Witwensitz erbauen.
Der gegenüber dem Haupttor zum Schlosspark liegende zweifrontige Schüttkasten dürfte 1732 erbaut worden sein.
Um 1603 ließ Graf Georg Friedrich Hardegg um das Schloss und unterhalb des Wagrams einen Park anlegen, mit seltenen Bäumen, Wegen und Rasenplätzen, exotischen Sträuchern und Blumen sowie 64 Postamente griechischer und römischer Gottheiten waren hier einst aufgestellt. Ein Augsburger Brunnenmacher verfertigte Wasserspiele, von denen zu Beginn der 18. Jahrhunderts noch einige Fontänen und der Schildkrötenteich vorhanden waren. 1790 erfolgte die Umgestaltung des Gartens durch Graf Franz de Paula mit Grotte, Taubenhaus, Schießstätte und Ruheplätze, bekieste Spazierwege, Wasserbecken mit Springbrunnen und einen Lindenkreis. Nach 1800 ist der Garten in englischer Manier umgestaltet worden.
Seit vielen Jahren bemüht sich der Eigentümer Herr Georg Stradiot das baulich und statisch schwer gefährdet gewesene Objekt zu sanieren und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.
3463 Stetteldorf, Schlossstraße 1
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