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Mitterberg, Kirchenruine St. Jakob und abgekommene Altburgstelle

Grabungsschnitt Richtung Kirchenmauer. © Tiefengraber

Freskenreste in der Fensterlaibung. © Tiefengraber

Gebäuderuinen vlg. Messner. © Tiefengraber

Handout St. Jakob Mitterberg


Führungen um 11.00, 14.00 und 15.30 Uhr (Wegbeschreibung: Am südlichen Ortsende von Neumarkt Richtung St. Marein abbiegen, weiter Richtung Pöllau den Berg hinauf, auf halber Strecke rechts Richtung Buschenschank Zeischgl und St. Jakob, etwa 200 Meter nach der Buschenschank neben der Straße Parkmöglichkeit, dann rechts hinunter Fußweg (ca. 300 Meter) über die Wiese Richtung Kirche). Kontakt: Mag. Susanne Tiefengraber, Tel. 0699/12587560
8820 St. Marein bei Neumarkt, Mitterberg

Seit dem Jahr 2000 werden an der seinerzeitigen Kirchenruine St. Jakob am Mitterberg auf Initiative des Vereins zur Erhaltung und Erforschung der Österreichischen Baukultur bzw. der Österreichischen Baukulturstiftung Restaurierungs- und Wiederaufbauarbeiten durchgeführt. Im Zusammenhang mit diesen intensiven Bauforschungen fanden im Jahr 2008 archäologische Untersuchungen des topographisch auffälligen Kirchhügels statt.
Die Kirche St. Jakob besteht aus einem längsrechteckigen Saalraum, einem nach Osten orientierten Chorquadrat und einer, nördlich an diesen Bauteil angesetzte Sakristei. Die älteste erhaltene Bausubstanz der im Kern spätromanischen Kirche stammt aus dem mittleren 13. Jahrhundert. Im Übergang zwischen Langhaus und Chor, im sog. Triumphbogen, sind romanische Freskenreste mit der seltenen Darstellung einer Jakobsleiter erhalten. Die Kirche liegt auf einem markanten, im Grundriss annähernd rundlich-ovalen Hügel, dessen Kuppe ein künstliches Plateau aufweist. Nach Norden hin fällt das Gelände steil ab, nach Osten hin befindet sich eine ausgeprägte, künstliche Terrasse die sog. „Vorburg“. Westlich des „Kirchhügels“ reichen die ersten Gebäude des mittlerweile großteils verfallenen Gehöftes „Messner“ bis an den Hügelfuß heran. In diesem Bereich lässt sich in erster Linie durch Bewuchsunterschiede ein am Hügelfuß entlang ziehender, heute vollständig verfüllter Graben ausmachen, dem nach außen bzw. nach Westen hin ein kaum noch als solcher erkennbarer, weitgehend verschliffener bzw. abgetragener Wall vorgelagert war.
Durch die archäologischen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass die heutige Kirche St. Jakob auf einer vollständig abgekommenen Burganlage des 10. und 11. Jh.s errichtet wurde. Das oberste Plateau war einst von einer Ringmauer umgeben. Die Steine dieser Mauer sowie weiterer Gebäude wurde bis auf die untersten Lagen des Fundamentes vollständig abgetragen und dienten als Baumaterial zur Errichtung der Jakobskirche. Im Inneren der Burg konnten durch die archäologischen Untersuchungen Reste von Holzgebäuden nachgewiesen werden. In der sog. „Vorburg“, also im eigentlichen Wirtschafts-, Handwerks- und Wohnbereich, konnten ebenfalls Reste der einstigen Bebauung ergraben werden.

Susanne Tiefengraber

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