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Kleinstübing, Römische Villa im SOS Kinderdorf
Führungen um 11.00, 14.00 und 15.30 Uhr. Kontakt: Dr. Ulla Steinklauber, Tel. 0676/4820603
8121 Deutschfeistritz, Kleinstübing 18
Inmitten des SOS-Kinderdorfs Kleinstübing steht seit 2009 ein Schutzbau für die 2008 freigelegten, römerzeitlichen Baureste mit Fußbodenheizung eines Gutshofs an der Römerstraße entlang der Mur. Die vom Bundesdenkmalamt konservierten Ausgrabungen wurden in das Leben des Kinderdorfs einbezogen und im nahe gelegenen Schloss wurde gemeinsam mit den Kindern ein Schauraum eingerichtet.
Funde aus der Römerzeit sind in Kleinstübing seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Zwischen Bahnhof und Schloss tauchten immer wieder Baureste, Gräber und auch Römersteine auf. Das waren klare Hinweise auf eine größere Siedlung mit einem zugehörigen Friedhof aus dem 2. bis 4. Jahrhundert nach Chr.
Eingehendere Beobachtungen erfolgten allerdings erst 2003 bei einem Kanalbau im SOS-Kinderdorf und dann bei einer Feststellungsgrabung im Jahr 2006. Dabei entdeckte man ungewöhnlich gut erhaltene römerzeitliche Baureste. Bald entstand der Wunsch nach Erhaltung und Präsentation des Freigelegten. Mit Hilfe von Sponsoren wurde 2009 ein Schutzbau errichtet und das Mauerwerk konserviert. Fundgegenstände und weiterführende Informationen bietet ein Schauraum im Schloss.
Der konservierte Bauteil gehört zu einem ausgedehnten Gebäudekomplex. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine villa rustica, einen Gutshof, der den fruchtbaren Boden und die Lage an der Römerstraße entlang der Mur nutzte.
Unter dem Schutzbau sehen Sie Mauern aus mehreren Bauphasen: Das älteste Gebäude besaß zwei schmale Räume, die durch eine aufwändige Fußbodenheizung (hypocaustum) mit je einer Heizöffnung (praefurnium) sehr gut zu erwärmen waren. Vielleicht handelt es sich daher um ein privates Bad. Eine auf einen Mörtelestrich gestellte Stützkonstruktion aus Ziegelpfeilern und Ziegelbögen trug ehemals den Fußboden.
Dieser ältere Bau wurde nach einiger Zeit aufgegeben, vielleicht nach einem Murenabgang. Über den Ruinen errichtete man zunächst nur eine einzelne Mauer, vielleicht eine Stützmauer. Dann folgte auf höherem Niveau ein ähnlich wie das älteste Gebäude ausgerichteter Neubau (im Plan blau), wieder mit eher kleinen (Wohn-) Räumen, aber ohne Heizanlage.
Besonders ist den Kindern und Jugendlichen des SOS-Kinderdorfs Kleinstübing für ihre Mithilfe zu danken!
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