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Graz Bundesdenkmalamt „Archäologie zum Angreifen“

Spätbronzezeitliches Schmuckensemble. © Windholz-Konrad

Spätbronzezeitliches Lappenbeil. © A. Diechtl (AAS)

Kupferzeitliche Schaftlochaxt. © A. Diechtl (AAS)

Bronzerne Beile verschiedener Typen (Tüllen-, Absatz-, Lappenbeile). © A. Diechtl (AAS)

Eiserne Beile verschiedener Typen (Tüllen-, Lappenbeile). © A. Diechtl (AAS)
Öffnungszeiten 11 bis 16 Uhr
8010 Graz, Schubertstraße 73
Am heurigen Tag des Denkmals – am 27. September 2009 – wird es am Bundesdenkmalamt in Graz „Archäologie zum Angreifen“ geben. Somit soll Wissenschaft „begreifbarer“ gemacht werden.
Die Besucher können durch die ausgestellten Fundstücke erfahren, dass manche modernen Gerätschaften gegenüber ihren prähistorischen Vorläufern technologisch kaum verändert werden mussten, da diese verfahrenstechnisch bereits äußerst gut durchdacht waren. Unter wissenschaftlicher Anleitung können ausgewählte, Jahrtausende alte Funde von den Besuchern selbst in die Hände genommen werden.
In den letzten fünfzehn Jahren wurden im steirischen und oberösterreichischen Salzkammergut zahlreiche prähistorische, wie auch römerzeitliche Fundstellen entdeckt. Dazu zählen: der über 3000 Jahre alte Brandopferplatz nahe der Koppentretalm, die seit der Urgeschichte genützten Altwege entlang der Traun, eine bronzezeitliche Siedlung in Pichl-Kainisch und das prähistorische Heiligtum im Kainischtal.
Für die alpine Fundlandschaft der angesehenen Salzbergbauregion rund um Hallstatt und Bad Aussee charakteristisch sind innovative Werkzeuge, Waffen und prunkvolle Alltagsgegenstände.
Die Funde aus den aktuellen Forschungen reichen von der Urgeschichte bis zur Neuzeit und umfassen die verschiedenartigsten Objektsparten. Von den über 3000 Einzelobjekten sollen daher zwei – für die Region repräsentative Fundkategorien – genauer erläutert werden.
Zu den Besonderheiten zählt ein Bronzeschmuckensemble aus neun verzierten Armreifen, das aus der ausgehenden Spätbronzezeit (um 900-800 v. Chr.) stammt. Der Schmuck, der als „Manschette“ konzipiert ist, wurde mit einem Strichmarkenzählsystem versehen, das der Trägerin eine Hilfestellung beim Anlegen der vielen ähnlich dimensionierten Reife bietet.
Die ausgestellten Waffen, Werkzeuge und Gegenstände des Alltags zeigen in eindrucksvoller Weise auf, wie ausgereift bestimmte Objekte bereits vor Tausenden Jahren waren. Geändert hat sich im Grunde lediglich der Werkstoff aus dem diese gefertigt wurden (Stein – Kupfer – Bronze – Eisen – Buntmetall).
Mit dem Salzhandel trafen technische Neuerungen, neue religiöse Impulse und kulturelle Kontakte in der ostalpinen Bergregion aufeinander, die für die Urgeschichte Europas in dieser Zusammensetzung einmalig waren. Schon die Entdeckung des legendären Gräberfeldes am Hallstätter Salzberg vor über 150 Jahren hielt die Forscher in Atem. Durch die neuen Forschungen des Bundesdenkmalamtes in Zusammenarbeit mit der „Archäologischen Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut“ wird die Infrastruktur rund um diesen groß angelegten Bergbau greifbar. So geben beispielsweise Tierknochenfunde in den Siedlungsschichten Aufschlüsse über die Fleischverarbeitung und Ernährung der Bevölkerung. Prunkvolle Arbeitsgeräte und Prestigeobjekte verraten etwas über den Reichtum dieser Region, die weitreichende Handelsbeziehungen pflegte. Die Pfade, entlang derer sich so manche Wegheiligtümer finden, laden Interessierte zu einer Reise in die Vergangenheit ein.
Die ausgestellten prähistorischen bis neuzeitlichen Metallfunde sind in dieser Zusammensetzung einzigartige Kulturgüter aus dem „Herzen Österreichs“, die erstmals in Graz ausgestellt werden. Wer mehr über die beeindruckende archäologische Fundregion erfahren will, ist dazu eingeladen das Kammerhofmuseum in Bad Aussee zu besuchen.
Alexandra Puhm, Maria Windholz-Konrad
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