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Feldkirch – E-Werk am Mühletorplatz

10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet
6800 Feldkirch, Mühletorplatz 3

Die durch Feldkirch fließende Ill brachte für die Bevölkerung Vor- und Nachteile. Einerseits kam es immer wieder zu Überschwemmungen, andererseits konnten die Gewerbebetriebe auch das Wasser nutzen. Stromerzeugung gab es in Feldkirch aber erst seit 1885. Damals bekam der Feldkircher Bahnhof Strom von einem Maschinenhaus, in dem drei Dampfkessel einen Dynamo antrieben. Aber auch die Privathäuser in Feldkirch sollten mit Strom versorgt werden.
Der Gemeindeausschuss von Feldkirch entschied daher 1905, den Bau eines Elektrizitätswerkes an den Generalunternehmer Weizer Elektrizitätswerk Franz Pichler & Co. zu vergeben. Die Firma war als Generalunternehmer für die elektrischen und maschinellen Anlagen, wie auch für die wasserbau- und hochbautechnischen Arbeiten verantwortlich. Das Werk sollte anstelle der alten Stadtmühle errichtet werden, die deshalb im August 1905 abgebrochen wurde. Dann konnte der Bau beginnen. Vier Eisenbahnwaggons mit Werkzeug kamen dafür nach Feldkirch. Die Klagenfurter Firma Landthaler & Madile übernahm die Bauarbeiten, sie hatte schon Erfahrung im Bauen von Elektrizitätswerken. Die Bauarbeiter hatten einen 14stündigen Arbeitstag.
Die Turbinenhalle wurde über hakenförmigem Grundriß errichtet. Die Putzfassaden sind von dekorativen Stufengiebeln bekrönt. Das Wasser durchläuft einen Feinrechen, bevor es mit 7,8 m Reingefälle die drei Francis- Zwillingsturbinen von je 600 PS gewöhnlicher Leistung antrieb. Die von der Dornbirner Firma Rüsch-Ganahl gebauten Turbinen hatten eine Umlaufzahl von 187 in der Minute. Am Abend des 19. Juni 1906 brannten erstmals in den Häusern Feldkirchs die elektrischen Lampen.

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