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Bludesch – Bergönzle-Orgel in der Pfarrkirche Hl. Jakob
Kirche ganztägig geöffnet
14.00 Uhr und 15.00 Uhr Orgelvorführungen
6719 Bludesch, Alte Landstraße
Die Pfarrkirche St. Jakob in Bludesch bekam im Jahre 1804 eine neue Orgel vom bekannten Orgelbauer Joseph Bergöntzle aus Ammerschwir im Elsass. Joseph Bergöntzle wurde am 14. Dezember 1754 als Sohn des Martin Bergöntzle geboren, der zwar selber kein Orgelbauer war, aber für den elsässischen Orgelbauer Louis Dubois prächtige Orgelgehäuse angefertigt hat. Davon sind noch zahlreiche im Elsaß erhalten. Joseph Bergöntzle selbst baute nicht nur im Elsaß, sondern auch in der Schweiz und eben in Vorarlberg. Er starb am 14. Oktober 1819 in seinem Geburtsort. Vorarlberg verdankt ihm Orgeln in Au im Bregenzerwald, in Schlins, Tschagguns und in Thüringen. Das Orgelgehäuse in Bludesch dürfte vor 1804 einen anderen Aufstellungsort gehabt haben und wird in das letzte Drittel des 18. Jahrhundert datiert. Es zeigt die typische elsässische Silbermannbauweise (Orgelbauer Silbermann in Straßburg). Nach der Errichtung der Orgel 1804 waren in den folgenden Jahrzehnten immer wieder größere und kleinere Restaurierungen nötig. Unter anderem beschäftigten sich die Orgelbauunternehmen Josef Behmann/Schwarzach und Gebrüder Rieger/Schwarzach mit ihr. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Orgel kaum mehr spielbar und es musste ein größerer Restaurierungsplan in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt entworfen werden. Dabei wurde aber immer die herausragende Bedeutung dieses Orgelwerkes betont: Praktische Vorführungen hätten gezeigt, dass das Instrument für die Wiedergabe klassischer und auch moderner Orgelliteratur ausgezeichnet geeignet ist. Weitere Restaurierungen erfolgte 1969/70 und 1997/99.
Die Orgel hat 21 klingende Register, eine Koppel und zwei Manuale und besticht durch einen hellen, klaren Ton. Das Eichenholzgehäuse ist im Empirestil gefertigt und durch zwei Engel mit Posaunen und dem in Lindenholz geschnittenen Halden`schen Familienwappen bekrönt. Dieses Wappen stammt aber von der von Rudolph von der Halden um 1670 gestifteten ersten Bludescher Orgel. Die heutige Orgel ist die besterhaltene unter den Bergöntzle-Orgeln des Landes und das Herzstück der Bludescher Orgelkonzerte, die seit 1971 alljährlich veranstaltet werden.
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